E-Antrieb von Stängl bei Hödl

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Re: E-Antrieb von Stängl bei Hödl

Beitragvon Hödl-Linie8 » So 6. Aug 2017, 15:21

....das war irgend wann in den 90er Jahren. Ich habe Beschriftungen auf den Packungen der Einzelteile von 1993, 95 und 98 gefunden.

Aber was ist denn jetzt das eigentliche Problem?? Die "Saure Gurken" Zeit?? Oder echtes Interesse an der Entstehungsgeschichte?? Ich kann da sicherlich mit vielen Informationen über die letzten 45 Jahre dienen!
Sollten Sie aber "nur" Ersatzteile brauchen, dann sind diese sowohl bei LH als auch bei mir zu bekommen.
Wenn es in den 90ern Informationsprobleme gegeben haben sollte, so ist die verkaufte Stückzahl von einigen TAUSEND doch beachtlich und heute trotz Internet und mehrfachem Messeauftritt pro Jahr nicht mehr realisierbar! Dass es diese Diskussion überhaupt gibt, haben wir alle ausschließlich den Aktivitäten von Herrn Stängl und den Mitarbeitern der Wiener Linien zu verdanken. Ohne diese Pionierarbeit hätte ich nie die Aufträge von SIEMENS und MAN / Adtranz bekommen und Herr Halling hätte niemals die Gelegenheit gehabt, Straßenbahnmodelle zu bauen! Das alles hat bereits in den 80er Jahren stattgefunden!!! Der Werkzeugbauer, der uns über viele Jahre, bis wir aus Kapazitätsgründen zu Halling gekommen sind, erstklassige Qualität geliefert hat, war Herr Haberl in Berndorf bei Baden !! Das wollte ich auch einmal erwähnen, denn er war es 1982, der als einziger Werkzeugbauer in Europa bereit war, meine Idee der klaren Gehäuse zur späteren Bedruckung (von einigen "Kunden" als bedruckte Joghurtbecher tituliert) schlierenfrei umzusetzen! Das waren die U-Bahnen und auf Grund dieser Erfolge im Auftrag der Fa. SIEMENS wollte AEG den Gt6 als Modell und damit sind wir dann mit dem Werkzeugbau bei Halling gelandet. Für Konstruktion, Bedruckung und Montage war weiterhin "STÄNGL" verantwortlich!! Dieser kleine Ausflug in die Firmengeschichte ist vielleicht für die jüngeren Kunden, die zu dieser Zeit selbst noch gar nicht geplant waren, von Interesse. Wer mehr darüber wissen möchte, kann gerne fragen!!

Was die Drehgestellblenden betrifft, habe ich Herrn Stängl gebeten, nach den Vorbildern zu suchen.

Ich informiere Sie, sobald ich Antwort habe!!

Ihr G. Hödl
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Re: E-Antrieb von Stängl bei Hödl

Beitragvon Manfred A. » So 6. Aug 2017, 16:29

Danke an Herrn Hödl für diesen geschichtlichen Exkurs.

Herrn Stängl kann man ruhig als Pionier der Modellstraßenbahn bezeichnen, läutete er mit dem damals für Memoba gefertigten KSW die Ära der Straßenbahnmodelle in Österreich ein.

Wie schön waren die Zeiten als einmal im Jahr ein neues Wiener Souvenirmodell erschienen ist. Damals waren die Wiener Linien (hießen damals Wiener Verkehrsbetriebe) noch nicht aus der Gemeinde Wien ausgegliedert und es konnte ohne weiteres Budget für die Modelle aufgestellt werden. Durch diese Quersubventionierung waren die günstigen Preise möglich, der M kostete bei Erscheinen 50 Schilling (umgerechnet 3,63 Euro). Der H mit Klarsichtverglasung und Inneneinrichtung um 150 Schilling (umgerechnet 10,90 Euro) setzte neue Maßastäbe, hier zahlte aber auch der Veranstalter der 1995 im Wiener Straßenbahnmuseum stattgefundenen Donald Duck-Ausstellung bei den Produktionskosten mit. Was dann ein Modell ohne Subventionen dann kostete sah man 1997 beim Modell der ersten Wiener Elektrischen, dieses kostete 400 Schilling (umgerechnet 29,07 Euro), die Garnitur E1+c3 in der 100 Jahre Elektrische in Wien-Lackierung gabs um 700 Schilling (umgerechnet 50,87 Euro). 1998 erschienen mit dem Stadtbahnset N+n+N "neue" Souvenirmodelle, es lag auch an der Ausgliederung der Wiener Linien in eine GmbH & Co KG wo jeder Schilling/Euro vor dem Ausgeben zweimal umgedreht wurde.

Eine Frage noch zu dem angesprochenen Herrn Haberl. Fimierte dieser damals unter dem Namen "Modellbahn Austria"? Auf meiner Schachtel des Münchner GT6N ist dieser Firmenname aufgedruckt.

LG, Manfred
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Re: E-Antrieb von Stängl bei Hödl

Beitragvon Tramspotters » So 6. Aug 2017, 22:33

Danke für die Historie. Dann war also Halling gar nicht der Erfinder, sondern lediglich der Produzent dieses Antriebes.

An die von Manfred beschriebene Zeit kann ich mich auch noch erinnern. Als ich damals das erste Mal in Wien war, war ich über die günstigen Preise der Souveniermodelle nahezu entsetzt :mrgreen:

So mussten auch etliche Typ M herhalten, umgebaut zu werden.
Tschoe, Guido

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Re: E-Antrieb von Stängl bei Hödl

Beitragvon Manfred A. » Mo 7. Aug 2017, 12:11

Bei den Souvenirmodellen gabs auch Gemeinschaftsarbeiten von Stängl und Halling. Die Modelle des ULFs, der H und die erste Wiener Elektrische sind solche Modelle.

LG, Manfred
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Re: E-Antrieb von Stängl bei Hödl

Beitragvon Hödl-Linie8 » Sa 12. Aug 2017, 20:00

Ist ja doch schön, über alte Zeiten zu plaudern...
Ich hoffe, dass es nicht zur Rüge: Thema verfehlt! kommen wird!

Zur Frage "Modellbahn Austria".
Das war eine meiner größten Pleiten!
Nachdem Herr Stängl und der Werkzeugbauer Haberl den Gt6 konstruiert hatten, aber den Wunschtermin von AEG nicht erfüllen konnten, haben wir gesucht und von Herrn Schwendemann (SIEMENS) den Tip bekommen, dass es da in Wien einen Herrn Holy im Büro von Herrn Halling geben würde. Dieser Herr Holy hat sich als Werkzeugbauer ausgegeben und als Drucker und Lackierer hatte er Herrn Radac "im Gepäck". (Der bedruckte damals Bierwagen) Wie sich später herausstellte, waren beide nicht in der Lage, Modelle zu produzieren. Falls jemand meine ersten Modelle in Zwickau gesehen hat, eben mit Schachtel "Modellbahn Austria", der würde über heutige Reklamationen den Druck betreffend einen Lachkrampf bekommen. Die rote Linie an der Seite war zum Teil um bis zu 3 mm auf einem Gehäuse schief gedruckt. Das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Zum vereinbarten Termin waren nicht einmal 10 % der bestellten Modelle lieferbar... Die Teile sind schon beim Hinschauen auseinander gefallen...
Nach dieser Bauchlandung und mit extrem geduldiger Unterstützung durch Herrn Heger (AEG Nürnberg) haben wir gemeinsam mit Herrn Halling diese Pleite zu brauchbaren und später sehr guten Modellen wenden können. An diesen Modellen hat Herr Halling seine ersten Gehversuche im Werkzeugbau für unsere Modelle machen können und hat später auch die benachbarte Druckerei, die für uns gearbeitet hat, übernommen. Für diese Zeit bin ich Herrn Halling wirklich dankbar, wenn ich auch in späteren Jahren sehr unter seiner "kreativen" Art im Umgang mit meinen Werkzeugen, Modellen und Aufträgen zu leiden hatte.
Die "Spezialisten" von "Modellbahn Austria" wollten meine AEG Modelle in Nürnberg am Stand von LIMA über Fa. Jägerndorfer illegal vermarkten. Falls sich da noch jemand an den ersten Messetag erinnert! Dieser Versuch wurde von der Rechtsabteilung von AEG sehr schnell abgebrochen. Ich war mit den Modellen und Herrn Richter von AEG am Stand der Fa. Günter als Untermieter mit diesem Zwickauer Modell vertreten!
Bis zur nächsten Geschichte!
Ihr G. Hödl
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Re: E-Antrieb von Stängl bei Hödl

Beitragvon Hans-Helmut Börß » Sa 12. Aug 2017, 20:48

Herzlichen Dank für die historischen Ausführungen, die teilweise Erinnerungen wecken und auch bisher unbekannte Fakten aufzeigen. Ich bin gespannt auf Fortsetzungen!

Vielleicht könnten die Admins diese Beiträge, die ja nicht mehr so viel mit dem E-Antrieb zu tun haben, in eine eigene "historische" Rubrik verschieben und diese später in einem FAQ-Unterforum archivieren.

Viele Grüße
Hans-Helmut
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Re: E-Antrieb von Stängl bei Hödl

Beitragvon Hödl-Linie8 » So 13. Aug 2017, 15:44

Diese Idee ist sicher gut, aber da sollte dann noch dran gefeilt werden!
Ich würde die Themen übersichtlich gestalten und trennen wollen.
Stängl, Halling, Hamann, Höfer, H&P, NAVEMO, Hödl. Das waren alles nahezu zeitgleiche Entwicklungen und in den Anfangszeiten, nach der Wende, hatten "die 4 - 5 H" teilweise sogar gemeinsame Messestände in Köln, Stuttgart, München und Dortmund!Später sind dann alle ihre eigenen Wege gegangen. Aus den ursprünglichen Freundschaften ist zum Teil nichts übrig geblieben.
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