Kato umspuren von H0 auf H0m?

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Hans
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Kato umspuren von H0 auf H0m?

Beitrag von Hans »

Hallo Kollegen,

lässt sich das Modell von Kato Düwag 103-12005 Stuttgarter Oldtimer gelb weiß auf H0m umspuren?

Viele Grüße
Hans
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Thema: Verzweigungsbahnhof mit Übergabefunktion.
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j.knopp89
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Registriert: So 4. Dez 2011, 14:36
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Re: Kato umspuren von H0 auf H0m?

Beitrag von j.knopp89 »

Hallo Hans,

die Kato´s können nicht einfach auf H0m umgespurt werden.

Einzige Variante ist den Antrieb komplett auszutauschen. (zum Beispiel gegen einen PMT)

Viele Grüße
Justus

Hans
Beiträge: 94
Registriert: So 13. Mär 2016, 12:54
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Re: Kato umspuren von H0 auf H0m?

Beitrag von Hans »

Hallo Justus,
das ist mir dann doch zu aufwändig.
Hintergrund meiner Frage war ein Angebot einer unbeutzten Stuttgarter Garnitur in H0.
Vielen Dank für deine Information.
Beste Grüße
Hans
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Micha
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Re: Kato umspuren von H0 auf H0m?

Beitrag von Micha »

Dieses Kato-Modell in Version Stgt. ist eh vorbildfrei...
>TOP< Stuttgart 21 ,Die GANZE Wahrheit !' (Die Anstalt 29.1.19 im ZDF): https://youtu.be/V49b13fYFik ...

Daniel Schuhmann
Beiträge: 23
Registriert: Sa 12. Sep 2015, 00:37

Re: Kato umspuren von H0 auf H0m?

Beitrag von Daniel Schuhmann »

j.knopp89 hat geschrieben:Hallo Hans,

die Kato´s können nicht einfach auf H0m umgespurt werden.

Einzige Variante ist den Antrieb komplett auszutauschen. (zum Beispiel gegen einen PMT)

Viele Grüße
Justus
Servus!

Die Kato-Züge können durchaus auch ohne Antriebstausch umgespurt werden, es ist allerdings etwas aufwendiger als die Räder auf der Achse zusammenzuschieben. Der hohe Aufwand entsteht durch die geteilten Achsen und die Art des Antriebs. Mit etwas Zeit, einem Dremel und einem Satz Nadel- oder Schlüsselfeilen lässt sich der Umbau jedoch bewerkstelligen.

Wenn ihr den Wagen umbauen wollt, lest euch die Anleitung erst komplett durch, insbesondere worauf beim Zusammenbau zu achten ist. Wenn der Zug noch vollständig ist, sind diese Schritte leichter nachzuvollziehen.

Zug öffnen

Zunächst muss der Zug geöffnet werden. Der erste Schritt ist das Abnehmen der Puffer: Diese werden vorsichtig nach vorne abgezogen. Anschließend lässt sich der Wagenkasten vom Rahmen abheben.

Bild
Öffnen des Gehäuses

Die Bodenplatte muss ebenfalls entfernt werden. Dies gestaltet sich durch die Rastnasen etwas komplizierter. Mit einem Trick geht es jedoch ganz leicht: Einen kleinen Schraubendreher wie auf dem Bild ansetzen und die Bodenplatte vorsichtig abheben. Das Gewicht wird mit den zwei Schrauben auf der Unterseite des Wagens gelöst.

Bild
Abnehmen der Bodenplatte

Die Bodenplatte vorsichtig entfernen und dabei auf die kleinen Federn (Federung des Fahrgestells und gleichzeitig Stromübertragung) achten. Am besten gleich ein Kästchen für die Kleinteile bereithalten und die Federn dort sammeln.

Bild
Detail: Federn zur Stromübertragung

Zu beachten ist hier auch: Die dargestellte Position der Federn ist die Platzierung im Triebwagen. Bei den Beiwagen findet die Feder in der Halterung links daneben ihren Platz.

Der Fahrgestellrahmen ist mit vier Rastnasen eingehängt, dieser kann vorsichtig entnommen werden. Anschließend werden die Radlager (Kupferplatte) und die Räder ausgebaut. Der Motor- und Getriebeblock ist nur gesteckt und kann nach oben abgehoben werden.

Rahmen abfeilen

Damit die Räder auch bei Meterspurbetrieb bequem Platz finden, muss aus der Unterplatte etwas Material entnommen werden. Das Bild zeigt den fertig gefeilten Zustand. Im Spritzling ist eine schwache Markierung vorhanden, die zeigt, bis wohin gefeilt werden muss. Eine Vierkantschlüsselfeile leistet hierbei gute Dienste.

Bild
Für H0m ausgefeilte Unterplatte

Beim Beiwagen funktioniert der Umbau ähnlich, hier ist das Feilen durch den verstärkten Rahmen sogar noch einfacher.

Bild
Umgespurtes Beiwagenfahrgestell

Anpassen der Räder

Die ausgebauten Räder werden durch einfaches Herausziehen vom Getriebe getrennt. Die Radscheibe kann auf den geteilten Achsen leicht verschoben werden: Das Rad wird auf die Backen eines leicht geöffneten Schraubstocks gelegt und die Achse mit leichten Schlägen mit einem kleinen Hammer verschoben.

Bild
Detail: Geteilte Achse

Anschließend wird die Achsenaufnahme vorsichtig abgefeilt oder mit dem Dremel geschliffen (geringe Drehzahl einstellen, damit der Kunststoff nicht schmilzt!), bis das Radsatzinnenmaß von 10,3 mm erreicht ist. Mit einer Schieblehre kann das korrekte Maß geprüft werden. Beide Seiten gleichmäßig jeweils um die Hälfte abschleifen, damit das Zahnrad sich weiterhin an der richtigen Stelle befindet. Unbedingt anschließend die Getriebezähne reinigen und den Antrieb während des Schleifens weiter weglegen.

Bild
Schleifen der Achsenaufnahme

Bild
Messen des Radsatzinnenmaßes

Bild
Originale und auf Meterspur umgespurte Achse

Wenn der Wagen ohnehin schon offen ist...

Wenn der Wagen ohnehin schon einmal geöffnet ist, kann man auch gleich ein paar Dinge mit erledigen. Zunächst sollte überprüft werden, welchen Wert der LED-Vorwiderstand hat. Einige Serien sind mit 270-Ohm-Widerstand ausgerüstet. Wird der Wagen im Digitalbetrieb genutzt, fließt hier ein relativ hoher Strom von etwa 50 mA, wodurch sich der Widerstand stark erwärmt. Hier sollte ein Widerstand im Bereich 1 kOhm oder höher, am besten in SMD-Bauform 0805, eingesetzt werden. Wenn man schon dabei ist, kann auch die gelbe LED durch eine zeitgemäße warmweiße ersetzt werden, entweder als THT-Bauteil mit 3 mm Durchmesser, oder durch eine SMD-Bauform, die im 90°-Winkel angelötet wird, zum Beispiel in Bauform 1603.

Bild
Detail: LED-Vorwiderstand 270 Ohm (Aufschrift 271), dieser sollte im Digitalbetrieb ersetzt werden.

Bild
Beim Tausch der LED sollte auf die richtige Polarität geachtet werden ("Kelch" ist Minuspol), bei SMD-Bauarten am besten mit Labornetzgerät bei 5 Volt mit Vorwiderstand testen.

Die Kupplungen der Katozüge sind zwar optisch sehr gefällig, erlauben aber kein Kuppeln und Trennen der Züge im laufenden Betrieb. Hier empfiehlt es sich, den Wagen auf Magnetkupplungen wie z.B. Skiplock umzurüsten. Das untenstehende Bild zeigt, an welcher Stelle der Wagen gebohrt werden sollte, um die Kupplung einzusetzen. Eine Rückrüstung auf die Katokupplungen ist dann jederzeit möglich.

Bild
Magnetkupplung und Führung

Mit etwas Messing- oder Kupferdraht in 0,5 mm Durchmesser kann eine Halterung für die Kupplungen gebogen werden. Diese sorgt dafür, dass die Kupplungen nicht zu weit ausschwenken (bei den Originalkupplungen sorgt die Kupplungskulisse dafür, dass die Kupplung nicht ausschwenkt). Mit einem 0,5er Bohrer werden am besten von Hand zwei Löcher gebohrt, die den gebogenen Draht aufnehmen. Die Drahtenden werden oben umgebogen und sorgen so für entsprechenden Halt. Auch hier ist eine Rückrüstung später problemlos möglich.

Zusammenbau

Beim Wiedereinbau muss später darauf geachtet werden, dass in den Radlagerplatten aus Kupfer der Grat vom Stanzen der Löcher für die Achsen nach außen zeigt. Im Fahrgestellrahmen schaut in der Mitte ein kleiner Stift heraus, dieser gehört in das Loch in der Mitte der Radlagerplatte. Der Zusammenbau erfordert etwas Geduld. Die Räder müssen während des Zusammenbaus nicht zwingend in den Radlagerplatten einrasten, sie können auch, nachdem der Fahrgestellrahmen befestigt ist, bequem an die richtige Position geschoben werden.

Die Federn sollten nicht vergessen werden, Position siehe oben. Wurden Vorwiderstände oder LEDs getauscht, sollte auch der Kupferstreifen für den Oberleitungsbetrieb nicht vergessen werden, dieser kommt zwischen Platine (unter den Entstörkondensator schieben) und Bodenplatte. Beim Aufsetzen des Wagenkastens sollte zudem auf die richtige Richtung (Kupferstreifen im Dach muss zum schwarzen Block der Bodenplatte zeigen) geachtet werden, und darauf, dass der Kupferstreifen in die Führung im schwarzen Block geschoben wird (vorm vorderen Fahrerstand aus sichtbar).

Viel Spaß beim Basteln!
Zuletzt geändert von Daniel Schuhmann am Mi 20. Jun 2018, 19:11, insgesamt 1-mal geändert.

lernkern
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Re: Kato umspuren von H0 auf H0m?

Beitrag von lernkern »

Tagchen.

Hans, herzlichen Dank für die Frage. So was fragt man sich ja gelegentlich mal, ich mich zum Beispiel auch bei einigen H0e-Fahrzeugen oder der Hobbytrain-Posttram, ob man sie auf H0m umspuren könnte.

Und Daniel, dir danke für den tollen und durch die Bilder anschaulichen Bericht! DA sollte man doch mal über einen Kato-KSW nachdenken. Vor allem nachdem ich gelernt habe, dass die Achsen gefedert sind!

Viele Grüße

Jörg

Hans
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Re: Kato umspuren von H0 auf H0m?

Beitrag von Hans »

@Daniel,
wenn das so ist, kaufe ich die Tram. Den Umbau traue ich mir dann doch zu.
Auch wenn sie Vorbild los ist, sie gefällt mir eben. Und sie ist eine gute Ergänzung zu meinem Lars Ünver Oldtimer.
Noch dazu der komplette Zug incl. Versand 90.-€ kostet.
Nochmal an alle.
Vielen Dank für eine Informationen.
Hans
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Robin
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Re: Kato umspuren von H0 auf H0m?

Beitrag von Robin »

Lieber Daniel
Herzlichen Dank für Deine optimal dargestellte, ausführliche und sehr hilfreich bebilderte Umbauanleitung, die auch mich zu einem solghen Spurwechselvorgan stimuliert. Auch ich bin nun auf der Suche nach einem entsprechenden ESW....
Ciao
Robin

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