Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

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U23 Gladbeck
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Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von U23 Gladbeck » Di 27. Nov 2018, 21:25

Ich hab schon von mindestens sechs Methoden gehört, Lima-GT6/GT8 bzw. Lima-Stadtbahnwagen M/N bessere Fahreigenschaften zu verschaffen.

1.) Faulhaber-Motor von SB-Modellbau
https://www.sb-modellbau.com/details/H0 ... a%DFenbahn

2.) Austausch von bestimmten Komponenten durch Rivarossi-Ersatzteile

3.) Einbau von Halling-E-Antrieben? Oder waren es E1?
http://modulbau-nuernberg.de/sven/vit_e_lima/index.html
ähnlich unten in http://nestra.de/lima.html

4.) Nutzung Roco-KVB-GT6/GT8-Antriebsdrehgestell, -Kardanschale, ggf. Austauschmotor
oben in http://nestra.de/lima.html

5.) Nutzung eines Bielefelder Halling-Stadtbahnwagen-M-Bodenplatte.
unten in http://nestra.de/lima.html

6.) 3D-Drucke von Shapeways
viewtopic.php?f=10&t=5657

Meine Fragen:

– Wie sind die Erfahrungen mit diesen sechs Methoden jeweils, über das in den verlinkten Seiten Stehende hinaus?

– Gerade zu 2.) gab es auf einem TLRS-Workshop in Nürnberg vor wenigen Jahren mal einen interessanten (bebilderten?) Vortrag, in dem die Vorgehensweise und die Ersatzteile benannt wurden. Kann man diesen Vortrag oder die Infos daraus irgendwo finden?

Gerne hätte ich das modelltram.de-Forum durchsucht, aber die Suchfunktion akzeptiert die Suchbegriffe "Lima" und "Rivarossi" nicht. :-(

Danke und Gruß,
Benjamin

PS: Hier noch ein gefundener Uralt-Thread dazu.

Einmotorer
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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von Einmotorer » Di 27. Nov 2018, 23:29

Hallo, Benjamin!
Eine Verbesserung der Fahreigenschaften der Lima-Gt6 interessiert mich auch sehr, zumal auf meiner im Entstehen begriffenen Anlage "Depot Beuel und Siebengebirgsbahn" (s. Anlagen-Galerie) vier davon im Einsatz sind. Außerdem habe ich einen Rivarossi-Gt6, der tatsächlich erheblich besser läuft.
Erste Abhilfe schafft sicherlich die Ausstattung des dritten Drehgestells mit Stromabnahmeschleifern, was ich aber selber noch nicht gemacht habe. Ich werde es aber bei meinem Lima-Gt6 mit AEG-Reklame demnächst versuchen, denn der läuft wirklich schlecht.
Der gleiche Triebwagen fährt auch mit einem Bochumer Gt-6 ohne Reklame zusammengekuppelt und dadurch etwas besser. Aber auch bei dieser Doppeleinheit müssten jeweils die dritten Drehgestelle zur Stromaufnahme mit verwendet werden.
Mein Lima-Gt6 mit Sparkassenreklame läuft recht gut, auch wenn er relativ laut ist und etwas heult. Das macht aber nichts, da es auch beim Vorbild je nach verwendetem Motor recht stark heulende Varianten gab.
In meinem "früheren Leben" habe ich in "vergleichstromte" Märklin-Akkutriebwagen ETA 150 Faulhabermotoren von SB-Modellbau eingebaut. Das hat (bei einigen kleinen Fräsarbeiten, die ich damals mit einem in die Bohrmaschine eingespannten Fräskopf erledigt hatte) gut geklappt.
Nach wie vor finde ich die Lima-Gt6 zumindest vom Äußeren ganz wunderbare Modelle.

Bild

Viele Grüße aus dem Siebengebirge
Johannes

Tramspotters
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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von Tramspotters » Mi 28. Nov 2018, 00:27

U23 Gladbeck hat geschrieben:
Di 27. Nov 2018, 21:25
Ich hab schon von mindestens sechs Methoden gehört, Lima-GT6/GT8 bzw. Lima-Stadtbahnwagen M/N bessere Fahreigenschaften zu verschaffen.

6.) 3D-Drucke von Shapeways
viewtopic.php?f=10&t=5657
Da mir die Fahreigenschaften der Lima dermaßen auf den Geist gingen, habe ich die neuen Fahrwerke für die Verwendung von Halling Komponenten entworfen und alle meine Modelle damit ausgerüstet. Die Fahreigenschaften sind damit genauso wie bei Hallings GT6 Modellen.

Preislich ist das jetzt natürlich eine Herausforderung, da bei Shapeways etwas und bei Halling gewaltig an der Preisschraube gedreht wurde :-(
Tschoe, Guido

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U23 Gladbeck
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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von U23 Gladbeck » Sa 1. Dez 2018, 09:10

Hallo Guido,
vielen Dank für den Hinweis. Von der hohen Betriebstauglichkeit Deiner Lösung konnte ich mich kürzlich auf der WSW-Ausstellung in Wuppertal überzeugen.
Welche Halling-Artikel genau braucht man zur Verwendung mit Deinen Fahrwerken, zusätzlich zu der 3D-Kardanstange? Ich blicke da im Halling-Online-Shop nicht durch. Es gibt die Fahrwerke E, E1, aber auch C (würde der reichen, wenn man das/die mittlere/n Jakobddrehgestelle von LIMA nimmt?).
Bietest Du Deine Konstruktion gegen eine Lizenzgebühr auch zum selbstdrucken an? Ich hab Zugang zu verschiedenen 3D-Druckern. Das wäre bestimmt günstiger als Shapeways, zumal ich von deren Materialien wenig Gutes gehört habe. Viele Grüße, Benjamin

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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von Tramspotters » Sa 1. Dez 2018, 13:39

Du brauchst das Fahrgestell vom E1, bzw. 2 Getriebedrehgestelle und 2 Motoren.

Das Fahrgestell kann man nur sinnvoll in Polyamid drucken. Dieses Material ist das einzige, was ausreichend stabil und auch passgenau ist. Die STL-Dateien stelle ich nicht zur Verfügung.
Tschoe, Guido

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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von U23 Gladbeck » Di 4. Dez 2018, 22:32

Hallo Guido,

Danke für die Infos.

Ich nehme an, das Polyamid das Du meinst, ist jenes, in dem Shapeways die Fahrgestelle anbietet, oder?

Bei der Kardanstange gibt es zwei Materialien zur Auswahl:
– White Natural Versatile Plastic
– Smooth Fine Detail Plastic
Was sollte man über diese beiden Alternativen wissen? Woran sollte man seine Wahl festmachen?

Viele Grüße,
Benjamin

PS, noch eine Frage: Hab jetzt die Shapeways-Komponenten bestellt. Beim Halling-E1-Antrieb werde ich aber etwas stutzig: Er wird ohne Haftreifen ausgeliefert. Und trotzdem überzeugen seine Fahreigenschaften? Oder braucht man noch Haftreifen zum überziehen?

Thorsten V.
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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von Thorsten V. » Mi 5. Dez 2018, 11:28

Moin Benjamin,

die E- und andere Antriebe von Halling funktionieren sehr gut ohne Haftreifen. Zur besseren Stromabnahme habe ich meistens sogar noch das Mitteldrehgestell mit genutzt.

Bei der Kombination Schienennahverkehr mit Gummireifen muss ich immer gleich an die Métro sur pneus https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A9tr ... eumatiques denken... :lol:

Viele Grüße
Thorsten

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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von U23 Gladbeck » Mi 5. Dez 2018, 18:04

Hallo Thorsten,

vielen Dank für Deine Einschätzung. Ich hatte aus der jüngsten Diskussion um die Steigfähigkeit den für mich sehr plausiblen Ratschlag von Herrn Hödl als neue Erkenntnis mitgenommen, nämlich immer eines der Antriebsdrehgestelle mit Haftreifen auszusrüsten, und das andere oder jedes weitere Antriebsdrehgestell ohne Haftreifen auszustatten (wegen Schlupf durch Nicht-100%-Synchronität der Motoren sei dies besser als eine Ausrüstung aller Antriebsdrehgestelle). Selbst kenne ich eben die sehr zuverlässigen Roco-KVB-GT6/8 mit ihren Haftreifen. Da wundert mich jetzt das völlige Weglassen doch etwas.

Gummibereifte Bahnen.... Bring mich doch nicht noch auf Ideen, welche kuriosen ÖPNV-Systeme ich alle noch nicht im Modell gebaut habe, es aber vielleicht wert wären. :wink: Wäre schon auch mal reizvoll.

Viele Grüße,
Benjamin

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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von Tramspotters » Mi 5. Dez 2018, 20:59

U23 Gladbeck hat geschrieben:
Di 4. Dez 2018, 22:32
Bei der Kardanstange gibt es zwei Materialien zur Auswahl:
– White Natural Versatile Plastic
– Smooth Fine Detail Plastic
Was sollte man über diese beiden Alternativen wissen? Woran sollte man seine Wahl festmachen?
PS, noch eine Frage: Hab jetzt die Shapeways-Komponenten bestellt. Beim Halling-E1-Antrieb werde ich aber etwas stutzig: Er wird ohne Haftreifen ausgeliefert. Und trotzdem überzeugen seine Fahreigenschaften? Oder braucht man noch Haftreifen zum überziehen?
Für die Kardanstange empfehle ich White Natural Versatile Plastik, anderswo als Polyamid bezeichnet.

Ich benutze bei Fahrzeugen mit 4 angetriebenen Achsen keine Haftreifen, wenn diese Solo oder nur mit einem Beiwagen fahren.
Tschoe, Guido

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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von Einmotorer » Sa 8. Dez 2018, 13:22

Hallo, Tramfreunde!
Wie in meinem weiter oben stehenden Beitrag vom 27. November angekündigt, habe ich heute das Enddrehgestell meines Lima-Gt6 (der mit der schönen AEG-Reklame) "verstromt". Dazu hatte ich mir Radschleifer für Märklin-H0-Wagen bei Ebay besorgt, weil sie mir vom Foto her als passend für die zugedachte Aufgabe erschienen (was sich dann auch als richtig erwies).
Auf dem Foto sieht man unten das Original und oben meinen Zuschnitt, bereits mit einem Lötpunkt für das Kabel:

Bild

So sah es dann nach dem Biegen und Kabelanlöten aus, nachdem ich vorher zwei Löcher in die Bodenplatte gebohrt hatte:

Bild

Anschließend wurden die Radschleifer mit Sekundenkleber an den Drehgestellkasten geklebt und dieser wieder eingeklipst:

Bild

Bild

Aufs Gleis gestellt und - Kurzschluss! :( Ursache war, dass ich die Radschleifer etwas zu weit nach unten geklebt hatte, sodass sie irgendwo die Achse berührten. Und da die Lima-Radsätze einseitig isoliert sind, gab es den Kurzschluss. Also Drehgestelldeckel wieder ab, Radschleifer mit kleinem Schraubenzieher wieder gelöst und neu - diesmal etwas höher - geklebt. Und siehe da: Es hat funktioniert! :)
Hier seht ihr den Werkmeister, wie er sich anhand des Umbauplans von der Umsetzung überzeugt:

Bild

Und tatsächlich fährt die Bahn jetzt ohne jedes Stottern auch durch die verdeckte Kehrschleife, deren Schienen nicht immer sooo sauber sind, wie sie sein sollten. Ich habe übrigens die Kabel der Scheinwerferbeleuchtung verwendet, da meine Bahnen nicht beleuchtet sein müssen.
Dazu musste ich aber ein Kabel der Scheinwerferbeleuchtung im Bereich des Drehgestells ablöten, weil der Scheinwerfer ja nur in einer Fahrtrichtung mit Strom versorgt wird, und an den Kontakt anlöten, der vom mittigen Drehgestell kommt. Dabei muss man sehr vorsichtig mit dem (möglichst kleinen!) Lötkolben hantieren, um nicht aus Versehen an die Drehgestell-Gehäusebrücke zu kommen.
Außerdem habe ich da, wo die Kabel durch die Bodenplatte geführt werden, bei der Inneneinrichtung auf beiden Seiten kleine Sägeschnitte gemacht (mit der Roco-Feinsäge, die wirklich eine feine Säge ist :mrgreen: ), weil ich die Kabel nicht wieder unter die Inneneinrichtung quetschen wollte (was wahrscheinlich auch geht, wenn man auf der Unterseite der Inneneinrichtung ein wenig Material wegfräst oder -bohrt). Dadurch läuft die Kabelführung bei mir praktisch unter dem Wagendach. Es sieht jetzt so aus:

Bild

Wenn man die Kabel in der Farbe der Innenbeleuchtung anmalt, fallen sei noch weniger auf. Beim nächsten Triebwagenumbau (mindestens zwei stehen noch an) werde ich die Kabel wahrscheinlich doch durch die vorhandene Nut im Wagenboden führen. Diesmal sollte es halt schnell gehen.
Viele Grüße aus dem Siebengebirge
Johannes
Zuletzt geändert von Einmotorer am So 16. Dez 2018, 15:56, insgesamt 3-mal geändert.

U23 Gladbeck
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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von U23 Gladbeck » Sa 15. Dez 2018, 23:33

Einmotorer hat geschrieben:
Sa 8. Dez 2018, 13:22
Dazu hatte ich mir Radschleifer für Märklin-H0-Wagen bei Ebay besorgt, weil sie mir vom Foto her als passend für die zugedachte Aufgabe erschienen (was sich dann auch als richtig erwies).
Hallo Johannes,

Danke für Deinen Bericht und vor allem die aussagekräftigen Fotos nebst Fehlschlag im ersten Anlauf und dessen Behebung.

Das hat mich so ermuntert, dass ich bei eBay nach den gleichen Märklin-Schleifern gesucht, sie gefunden, und sie bestellt habe. Bin jetzt zuversichtlich, meinen LIMA-Straßenbahnen damit auch zu einer besseren Stromaufnahme verhelfen zu können.

Vorher habe ich mich an dieses bald 20 Jahre alte Vorhaben mangels Ahnung (und schlechten Erfahrungen bei ähnlichen Versuchen an einem Roco GT8-100C/2S) nie ran getraut bzw. die Bahnen lieber in der Vitrine gelassen und Anderes priorisiert.

PS für alle, die es nachmachen möchten: Die Artikelnummer der Schleifer lautet Märklin 205783.

Gruß,
Benjamin

DSV
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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von DSV » Fr 5. Apr 2019, 23:11

Hallo allseits,

nachdem Benjamin mich lang genug beackert hat, hier mit zu wirken, möchte ich als mein Erstlingswerk hier im Forum von den Basteleien gemäß Lösung 2 von 6 berichten.

Vorab: Ich hatte einen Nürnberger N6 auf Ebay erstanden, und war mit den Fahreiegenschaften eigentlich ganz zufrieden. Ich setzte den zum Teil stundenlang am Stück auf meiner Eisenbahnanlage ein, das Ding lief (die eigentliche Straßenbahnstrecke war bei mir immer Parkplatz für Standmodelle ...) Zwischenzeitlich bekam ich dann Kontakt zu den Modulfreunden Nürnberg, fand Anschluss, und wurde eingeladen, auch mal die Anlage zu bedienen. Wenn man schon mal eine Anlage mitsteuern darf, will man natürlich auch was von sich laufen lassen, und so schleppte den N6 an. Man war zunächst skeptisch, ich wurde auch davor schon gewarnt, das mit Lima im Original eigentlich kein brauchbarerer Betrieb zu fahren sei, aber binnen kurzen war man von dessen Fahreigenschaften angetan. Entweder hatte der Vorbesitzer ihn schon umgebaut, oder ich habe einfach Glück gehabt. Das Fahrzeug hielt die Ausstellung gut durch, war gern gesehener Gast, allerdings: Nach der Ausstellung zuhause wollte der Motor plötzlich nicht mehr.
Nun gut, Bühler Motoren hatte ich vom Umbau meiner Brotbüchsen auf PMT Fahrwerke sowieso über. Ums abzukürzen: Zwei Motoren rauchten binnen kurzen ab, und durch das stände Zambauen, zerlegen, zambauen, fuhr mit dem dritten Motor das Fahrzeug nur noch Rückwärts (was traditionell seine schlechtere Richtung war) während er vorwärts meist nur ein mitleiderregendes Krachen von sich gab. Die Abnutzung der drei Ritzel zwischen den Achsen, und auch die Achszahnräder selbst wiesen U-förmig gebogene Zahnformen in der Schmalansicht auf.

Auf der nächsten Austellung der MFN war er zwar noch dabei, blieb aber zu häufig stehen, außerdem musste man ihn mit mehr Saft als die andern Fahren, kurz irgendwie musste er wieder repariert werden, um den ursprünglich guten Fahreigenschaften wieder nahe zu kommen.

Nun habe ich von einem Mitstreiter bei den MFN die Teilenummer gesagt bekommen HR 2286/11 und mir davon mal zwei bestellt (Preis je 39,95).

Die erste Überraschung war, das an besagten Rivarossi-Ersatzteile keine Radschleifer dran sind. Über Stromabnahme auf Antriebsrädern kann man bekanntlich zweigeteilter Meinung sein, aber wenn meiner das bislang hatte, braucht er es wohl künftig wieder.

Die zweie Überraschung, die ich aber erst durch zufall herausfand ist, das die Kardanaufnahme bei Rivarossi kürzer ist, als bei meinem Lima. Das ist schade, denn bei Rivarossi wäre Schnecke und Kardanaufnahme aus Metall, bei meinem Lima ist beides Plastik. Wer die entsprechenden Werkzeuge hat, kann vielleicht die metallerne Rivarossoi-Kardanaufnahme nach hinten ziehen, um so 2mm Länge zu bekommen, oder ganz ablösen, um dann die Plastik-Kardanaufnahme von Lima mit der Metallschnecke von Rivarossi zusammen nutzen zu können. Da ich bei vergleichbaren Versuchen in der Vergangenheit ohne geeignetes Werkzeug eine Fehlerquote größer 50% hatte, wagte ich diesen Versuch diesmal nicht.

Um wieder einen Fahrfähigen N6 zu bekommen musste ich daher aus Alt und neu ein Mixwerk zusammenbasteln:

Ab hier wird das eine Schritt vor Schritt Anleitung
Zunächst alle beide Drehgestelle (alt und neu) komplett zerlegen.

- Dann den Innenrahmen, der die Stifte für die Zahnräder hat vom alten Gestell nehmen, damit wieder Stromabnahme vorhanden ist (ein ablösen der Radschleifer um die am neuen anzubringen war bei mir nicht möglich).

- Dann die neue Zahnrader auf die Stifte stecken.

- Alte Plastik-Schnecke mit Kardanübertragung einlegen

- Oberes Teil des Innenrahmen (alt) einsetzen

- Schneckenabdeckung und Drehgestellaufhängung wieder anbringen, das Drückt die Innenwangen zusammen

- Bleche der Radschleifer etwas vom Rahmen weg biegen, um anschließend wieder ordenlich anpressdruck zu haben

- bei dieser Gelegeheit auch schauen, auf die nach oben zur Kontaktplatte nahe dem Motor gehenden Federbleche a vorhanden sind und b) genug Druck haben, zu rNot wegbiegen (bei meinem musste ich links ein abgerbochenes Federblech durch ein Kabel ersetzen, das erklärt auch die Stromprobleme zuletzt)

- Räder einlegen, darauf achten, das die Radschleifer alle berühren. Im Original war bei meinem das Rad ohne Haftreifen unter der Schnecke, das heißt aber, das die höheren Kräfte, die durch das Haftreifenrad übertragen werden, durch alle Ritzel hindurch müssen, was eiegntlich den Verschleiß erhöhen müsste, ich werde deshalb mal erproben, ob das Getriebe nicht vielleicht besser funktioniert, wenn das bei Rivarossi ja sogar beidseitig mit Haftreifen versehehe Rad direkt unter der Schnecke sitzt.

- Dann Außenrahmen wieder einclipsen (soweit der alte noch taugt, besser den nehmen, dann fällt das neue Gestell farblich nicht so auf, ansonsten, wenn der wie bei meinem ausgeleiert ist, den neuen verwenden

Danach kann man die Kardanwelle einlegen, beide Aufnahmen ca in selbe Position bringen (am Besten 90° oder 180°), in die Motor-Kardanaufnahme reinschieben, und final Drehgestell wieder im Wagenboden einclipsen

Gruß D. Vielberth

Bodo-Lutz
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Re: Lima-Straßenbahnen: Fahrwerk umbauen

Beitrag von Bodo-Lutz » Sa 6. Apr 2019, 14:28

Ein lesenswerter Beitrag.
Ein paar Bilder dazu hätten aber vermieden, dass ich einige Sätze zweimal lesen musste, um den Zusammenhang klar zu erkennen.

Gruß
Bodo-Lutz

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