ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

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DSV
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ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von DSV »

Hallo allseits

noch exitsieren kaum zwei Meter U-Bahn (siehe Anlagen-Forum) aber denoch werde ich von verrückten Ideen gejagd, was alles auf meinen Modulen noch sein soll. Nur weiß ich nicht so wirklich, wie man das umsetzen könnte, aber vielleicht hat jemand Ideen für mich.

Als Erlebnis für alle Sinne, würde ich meinen U-Bahnhöfen gerne ELA-Anlagen vulgo Durchsageanlagen verpassen. Diese sollen aber keine Konserven abspielen, sondern das, was ich spontan in ein Mikro quatsche. Dennoch soll vor Beginn der Durchsage ein vernehmlicher Kacks ertönen, die Durchsage etwas Hall haben, und beim loslassen der Sprechtaste wieder ein deutliches Knacken in der Leitung kommen. Nicht klingt schöner als ein geradezu militärisches "Ende der Durchsage *Rumps*" Microfon und Lautsprecher sehe ich als das geringere Problem, das sollte relativ problemlos zu bekommen sein. Aber dazwischen müsste eine Art Verarbeitungseinheit, die zum einen die Rolle des Verstärkers übernimmt, andererseits aber auch das Knacken und Hall hinzufügt. Natürlich soll das Ding keine Mondpreise kosten, und zudem noch so klein sein, das es entweder ins Stellpult mit eingebaut, zumindest aber sinnvoll transportiert werden kann. Was könnte man da nehmen?

Und dann gibt es da einen Sinn, der auf Modellbahnen selten gereizt wird (außer bei der Echtdampffraktion) und das ist der Geruch. Wir alle kennen den typischen Geruch von Holzschwellen in Tunneln, manchen ist es ein Gestank, vielen ein Duft. Ich habe herausgefunden, das er von einem Schwellenimprägniermittel namens Lysol, bzw nach anderen Quellen, von Steinkohlenteer stammen soll. Nun gibt es Lysol ja heute noch zu kaufen, nur, riecht das Mittel wirklich so wie Schwellen? (Hat jemand das zufällig?) Wenn nein, gibt es irgendeine Möglichkeit, diesen Geruch synthetisch herzustellen, um dann paar Tropfen auf den Schienen zu verteilen, um auch dieses Feeling authentisch zu erzeugen?

Ich feue mich auf kreative Lösungen

Gruß Daniel
M.V. Wesstein
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von M.V. Wesstein »

Betrifft Durchsage, vor mehrere Jahre hat die ÖBB unterschiedliche kostenlose Ringtones im Angebot auf deren Webseiten, kann sie aber nicht mehr finden. Neben die bekannte Taurus-Song gab es auch die "ÖBB-klingel" der Durchsagen. Weil Urheberrechtlich geschützt kann ich diese nicht ins Forum zur Verfügung stellen.

Zwischen Micro und Lautsprecher brauchst Du ohne mehr ein Verstärker. Aber mit Deiner Wunschliste auch ein Computer um die Dateien zu bearbeiten bevor sie ins Lautsprecher geraten. Dass muss kein teures AMD oder Intel Maschine sein, einen Raspberry Pi (RPi) oder ähnlich genügt. Meist auf das ARM Plattform basiert sind sie billig, leistungsfähig und, sicher im Fall des RPi, mit einen großen Community unterstützt. Schau'mal rum!

Und dann das Geruch, bitte lässt dass. Mann gewöhnt sich daran und werde dann immer mehr von diese Chemie benötigen um dasselbe Effekt zu bekommen. Der Chemie aber ist gerade nicht Umweltfreundlich und wurde im laufe der Zeit deiner Gesundheit und dass von Deiner Besucher und sogar Familie schaden.
Manfred A.
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von Manfred A. »

VolkerMZ
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Finger weg von Lysol!

Beitrag von VolkerMZ »

Lysol ist hochgradig giftig, gesundheitsgefährdend und krebserregend! Ebenso Steinkohlenteeröl, deshalb mussten in den Achtzigerjahren sämtliche in öffentlichen und privaten Gärten und Spielplätzen verbauten Altschwellen entfernt und als Sondermüll entsorgt werden. Lass bloß die Finger weg davon, falls du die Giftbrühe überhaupt noch irgendwo herbekommen solltest.
Tramspotters
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von Tramspotters »

Bei einem Modell eines U-Bahnhofes bin ich froh, dass bislang noch keiner die olfaktorischen Wahrnehmungen nachgebildet hat.
DSV
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von DSV »

Hallo allseits,

schon mal vielen Dank für die Rückmeldungen, zu Punkt zwo möchte ich nochmal präzisieren:

Gesucht ist eine Substanz die wie Steinkohlenteer riecht, aber keiner ist. Natürlich will ich die Gleise nicht mit krebserregenden Substanzen einpinseln, sondern ich such etwas, was den Geruch hat, aber ohne schädlich zu sein. Im Idealfall eine Art Parfume, wo man morgends mal 1-2 Sprühstöße auf die Gleise macht, und dann einen Tag über einen leichten U-Bahnduft hat, der aber unschädlich ist.

Gruß Daniel
axelnetz
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von axelnetz »

Es gibt Dampflokdufträucherkerzen... die riechen wie Lokschuppen...
olli hb
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von olli hb »

Moin Daniel,

für mich gehört der typische Geruch der Schwellen auch untrennbar zum Gesamterlebnis U-Bahn.
Ich hatte mir das auch so überlegt wie Du, aber wegen der Schädlichkeit der entsprechenden Stoffe habe ich das auch schnell wieder verworfen.
Das Schwellenschutzmittel ist natürlich nur die halbe Miete, von Berlin kenne ich das, dass sich auch noch andere Gerüchte dazu gesellen, die im Allgemeinen eher nicht als angenehm empfunden werden ...

Vor gut 15 Jahren gab es mal einen Künstler, der den typischen U-Bahn-Geruch künstlich hergestellt und in kleine Flakons abgefüllt hatte. Man konnte auf dem Bahnsteig der U 2 am Bahnhof Alexanderplatz in Berlin für einen Euro solch eine Geruchsprobe aus einem kleinen Automaten erwerben.
Ich fand den U-Bahn-Duft nur bedingt gelungen, vermutlich weil die Substanz die Gesundheit der Käufer nicht gefährden durfte und daher der wichtigste Bestandteil fehlte.
Dem Künstler ging es auch in erster Linie um den Mix an Gerüchen, der sich aus dem Nebeneinander von Schwellen, Technik, Imbiss, Schweiß, Urin etc. ergibt.

Wenn Du dennoch Interesse haben solltest:
Frag doch mal bei der BVG an, vielleicht können die einen Kontakt zum Künstler herstellen und er verrät Dir seine Rezeptur?

Viele Grüße
Olli
DSV
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von DSV »

Hallo erneut,

in Sachen Geruch hat sich eine schöne Wende ergeben. In der Apotheke meines Vertrauens gibts eine Salbe, die streng nach Teer riecht, aber unschädlich ist. 10g davon in nem Döschen, davon a biserl in den Schotter einmassieren, und ich habe meinen Duft (auf die Komponenten Urin und Schweiß verzichte ich freiwillig...) .

Nur in Sachen Verstärker bin ich noch nicht so ganz glücklich, weil Computerbedienung, während ich doch eigentlich Modellbahn spiele, liegt mir nicht so ganz. Ich denke die ganze Zeit an so Fahrgeschäfte, die moderieren doch auch live, und haben nen Effektverstärker dazwischen. Wenn man da rauskriegen kann, was die benutzen.

Gruß Daniel
Gundi
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Verrückheit? Ja, aber es hilft!

Beitrag von Gundi »

Hallo Daniel! Ein irgendwie hoch interessantes Thema!

Ich würde die Creme oder das Öl aber nicht wie oben beschrieben ins Gleisbett/denn Schotter einarbeiten. Die "ätherischen Öle" dünsten ja abhängig von der Umgebungstemperatur früher oder später aus und dann ist das Gleisbett in absehbarer Zeit versifft. (Obwohl das der Authentizität hinsichtlich einiger Vorbilder auch keinen Abbruch tun würde :wink: ) Wie wäre es, ein ggf. frisch beträufeltes Taschentuch mit der "Tinktur" in eine kleine Box (z.B. 10x10x10 cm groß) zu legen, die mittels eines kleinen geräuschlos laufenden Lüfters (PC-Lüfter o.ä.) den Modulbereich "mit dem U-Bahn-Bouquet aromatisiert"? Praktischerweise könnte man die Box gleich so installieren, dass die sinnlichen Düfte vom Tunnel aus in die Station wehen. Vielleicht würde aber auch schon einfaches Freisetzen durch Auslegen eines Taschentuches an versteckter Stelle genügen.

Neben der Holzschwellen-Geschichte sollte aber auch folgender Aspekt berücksichtig werden (aus: http://fudder.de/gerueche-aus-der-tiefe--120387247.html)

Schuld sind die U-Bahnen selber: Wer seine Nase genau ausrichtet, riecht zwischen den Ausdünstungen der Mitreisenden einen an Kohle erinnernden Geruch heraus. Dieser kommt von herumfliegendem Graphitstaub, also reinem Kohlenstoff. Das Graphit befand sich ursprünglich an den Stromabnehmern und sollte sich dort sogar abnutzen. Der typische U-Bahngeruch entsteht, wenn sich einer der häufigen Funken zwischen Abnehmer und Stromleitung bildet. Dabei verbrennt das Graphit und es riecht nach verbrannter Kohle.

Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, kann ich aber nicht sagen. Schließlich riecht es z.B. in den U-Bahnen München, Nürnberg und Hamburg auch so und die haben alle Stromschienen mit entsprechenden Schleifschuhen (enthalten die auch Graphit?) an den Stromabnehmern. Und der Geruch ist auch dort, wo Betonschwellen oder gar feste Fahrbahn verbaut sind.
Ein weiterer Aspekt dürfte sein, dass bei Lichtbögen der jeweiligen Stromabnehmer Ozon entsteht, das für die "süßliche Technologienote" sorgt. Auch die weit verbreiteten Thyristor-Steuerungen erzeugen durch unzählige Mikroblitze beim Anfahren Ozon. Diese sind auch für das typische "synthesizerartige" Anfahrsurren verantwortlich. Man könnte auch die Gleichung aufstellen: viel Surren = intensiver Geruch. Z.B. riecht es in Hamburg in Stationen der U1 (DT4 mit Thyristor-Steuerung) deutlich intensiver, als früher auf der U3 (DT2 und DT3 mit Schaltwerk). Auch Hannover war/ist sehr geruchsintensiv (TW6000 mit Thyristor-Steuerung). In Berlin ist die U4 dahingehend fast geruchslos (A3-Wagen mit Schaltwerk). Dort wo die HK-Wagen fahren (Thyristor-Steuerung) ist der Geruch wieder intensiver.

Bin auf die/deine diesbezügliche Entwicklung gespannt. Halt' uns mal auf dem Laufenden!
Gruß: Michael
DSV
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von DSV »

Hallo erneut,

Erstmal wieder danke allen für die Tipps!

Das in Stromschienen-Stromabnehmern neben Grauguss-Abnehmern auch Graphit-Schleifschuhe dabei sein können, hab ich auch erst vor kurzem gelernt. Was allerdings Nürnberg betrifft, da ist leider der U-Bahnduft ganz schwach, sodass die Schaltfunken scheinbar kaum auftreten, einzige rühmliche Ausnahme in punkto Geruch ist der Bf Langwasser Mitte wo Holzschwellengleis bis kurz vor Gemeinschaftshaus liegt. Selbst Fürth Hardhöhe, wo man das derzeit nicht benötigte Gefälle nach Kieselbühl mit Schotter aufgefüllt und Betonschwellengleis drauf gelegt hat, riecht nicht so wirklich.

Was das Auftragen betrifft, denke ich, wenn nicht in die Schienen, dann am ehesten unter der überhängenden Bahnsteigkante das Zeug ein bischen hinschmieren zu können, dann sieht man es von vorne nicht, Kamerafahrten nehmen den Bereich unter der überhängenden Bahnsteigkante als schwarz wahr, und die Wahrscheinlichkeit, das sich ein entgleistes Drehgestell da rein arbeitet ist auch geringer (ab gesehen davon, das an jeder Segmentgrenze Eingleiser entlaufene Achsen fangen sollen), das strahlt dann zwar sicher auch in benachbarte Tunnel mit fester Fahrbahn aber, aber da könnte ich ja die Sache mit den Grafit-Abnehmern als Grund für den Duft nehmen. Taschentuch ist durch die Bauweise eher schwierig, unterm Bahnsteig ist kein Platz, und drüber muss ich noch die Lautsprecher einbauen, und da wäre es unpraktisch, wenn ich nach der Lautsprechermontage den Glitsch an die Finger hätte.

Es gibt übrigens in Sachen ELA-Neuigkeiten: Habe heute nacheinnader erst Conrad, Saturn und Karstadt vergebens nur nach Miniverstärkern abgeklapptert, aber dann bei Musik Klier einen Treffer gelandet (gekauft noch net, aber vorführen hab ichs mir lassen). Es gibt einen erstaunlich kleinen Gitarrenverstärker, sogar schon mit eingebauten Delay, dessen Hall man per Drehregler auch noch einstellen kann. Das wäre Verstärker und Halleffekt in einem, kostet zwar rund 70 Euro, aber hat Klinkenanschlüsse, sodass ich ein billliges PC-Micro und zerlegte Kopfhörer und Computerlautsprecher für die Beschallung nehmen kann. Fürs Knacken hat man mir empohlen einfach einen Kippschalter oder Taster in die Microleitung einzubauen, um zwar einen möglichst schlechten (Gute knallen nämlich nicht), und als Verzweigung, um verschiedenen Bahnhöfe anzusteuern, gäbs offenbar einen schaltbaren 5-fach-Klinkenverteiler. Ich muss dann bloß erst die Bahnhofleitung zuschalten, und dann den Mircroschalter, damit auch der Microschalter schon ein Echo erzeugt. Klingt recht gut und einfach, sobald ich das Ding hab, werde ich berichten.

Gruß Daniel

EDIT: Nachträglich n für Knacken bestellt und geliefert...
DSV
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von DSV »

So, endlich klingt die ELA, so wie ichs haben will, eine weitere Endstufe brachte den Druchbruch:

https://www.youtube.com/watch?v=emzz63l-NV0

jetzt muss ich bloß noch als Sprecher üben ;-)

EDIT: Nachdem mir grad affiel, das ich noch gar nicht erwähnt habe, was ich da bislang verbaut habe kurz ne Übersicht. Ein Uralt-Klinkenmicro hängt an dem Gitarrenverstärker mit eingebauten Delay, ergo da wird live beim Sprechen der Hall erzeugt. Von dessen Kopfhörerausgang gehe ich auf eine Endstufe, die normal dafür gedacht, ist, Handy oder mp3 Player auf große Lautsprecherboxen zu Übertragen. Als Trägersignal dient 9-12V Gleichtrom auf einen Trix.Handregler, dort geht es dann auf zwei Lautsprecher, die in die Decke eingebaut sind. Im Moment ist das ganze fliegend verbaut, weil zum Einbau in den Modulkasten, muss ich die ganzen Module abräumen. Fotos folgen in Kürze


Gruß Daniel
DSV
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Re: ELA und Lysol - Verrückheiten, die ein Traum bleiben müssen?

Beitrag von DSV »

Hallo allseits,

wie versprochen noch, was nun Funktioniert. Vom Micro geht es in diesen Gitarrenverstärker, der das eingebaute und regelbare Delay (also den Hall) erzeugt:
Bild

Von dort gehe ich am Kopfhörerausgang raus, und schalte eine Endstufe dazwischen, die normal dafür gedacht ist, alte Lautsprecher einer Stereo z.B am Computer anschließen zu können:

Bild
Stromversorung liefert der Trix-Handregler, bzw im Gitarrenverstärker sind Batterien.

Ausgabegeräte, sind zwei in die Decke eingebaute Lautsprecher, die so aussehen:

Bild

Gruß Daniel
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