??? Blockstellensteuerung und Anhaltepunkte ???

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Kurvenquietscher
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Registriert: Di 25. Nov 2008, 10:47
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??? Blockstellensteuerung und Anhaltepunkte ???

Beitrag von Kurvenquietscher »

Hallo in die Runde!

Nach gut zwanzigjähriger elektrischer Planungsabstinenz stellen sich mir zwei brennende Fragen für ein beginnendes neues Anlagenprojekt mit den Maßen 250 x 60 cm und zwei in sich verschlungenen Gleiskreisen in H0 und H0m im „Matthias Vollstedt-Format“.

Wegen meiner Unwissenheit bitte ich um Nachsicht und freue mich auf eure ernst gemeinte Hilfe....

Frage 1:

Für den Automatikbetrieb suche ich nach einer zeitgemäßen analogen oder besser digital arbeitenden Blocksteuerung. Herstellerseitig fertige(s) Baugruppenmodul(e) und reedschalterfreie Arbeitsweise sind bevorzugt.
Gedacht habe ich mir die gegenseitige elektrische Verriegelung festgelegter Blöcke, in denen einzelne Wagen oder Zugverbände bei angelegter konstanter Fahrspannung vollkommen frei und störungsfrei fahren können.
Meine Modelle sind alle für analogen Oberleitungsbetrieb fest verdrahtet und beide Schienen (also komplette Achse) dienen als Masse. Einen Umbau schließe ich aus.


Frage 2:

Ein großes gedankliches Problem dabei ist das Anhalten in den strom- oder masselosen Abschnitten mit der Zugspitze möglichst in einem Bereich („Haltestelle ausfahren“). Denn die in meinen Augen damals fortschrittliche Tatsache, dass auch im Zugverband alle Tw-Modelle angetrieben sind, erschwert nun eine adäquate und einfache Lösung. Es gibt bei mir keine „Dummys“.
Auch beim Thema Stromabnehmer und Stomübertragung über die Kupplung orientierte ich mich direkt am Vorbild. So kann eine T4D-DT Leipzig (stromführende Kupplung) mit nur einem, die DT aus zwei Prager T3 als Beispiel aber stets nur mit zwei gehobenen Stromabnehmern fahren.
Es gibt also kein einheitliches Kriterium, an dem die Steuerung zum Anhalten und somit die Trennungen in Gleis oder Fahrleitung ausgerichtet werden kann.


Wie habt ihr eure Fahrstrecken geschaltet? Welche Kompromisse müssen zwangsläufig für einen Automatikbetrieb mit dieser Spezifikation eingegangen werden?? Gibt es eine „Super-Lösung“, von der ich noch keine Ahnung habe?!


Für eure Ratschläge wäre ich sehr, sehr dankbar, verbunden mit schönen Ostergrüßen aus Kassel in die Modelltram-Gemeinde!


Markus
M.V. Wesstein
Beiträge: 186
Registriert: Sa 1. Jan 2005, 15:10

Re: ??? Blockstellensteuerung und Anhaltepunkte ???

Beitrag von M.V. Wesstein »

Das Antwort Deiner Fragen ist Lenz ABC. Mittlerweile gibt es mehrere Decoderhersteller die sich diese Technik in ihre Produkte verbaut haben, wie z.B. ESU und Zimo. Es ist aber einen teureren Lösung, weil Lenz die Preise künstlich hoch hält. Dagegen haben die Lenz Produkte eine Logic an Bord und sind daher auch recht einfach ein zu bauen. Reinen Oberleitungsbetrieb, wie auf Diener Anlage, ist dabei egal. Schau'mal auf der Lenz Webseiten für mehr Info.

HTH!
U23 Gladbeck
Beiträge: 110
Registriert: So 30. Nov 2014, 03:03

Re: ??? Blockstellensteuerung und Anhaltepunkte ???

Beitrag von U23 Gladbeck »

Wenn alle Räder bzw. Achsen bei Dir kurzgeschlossen sind, kannst Du daraus sehr leicht eine Zugortung mit Geisstromkreisen machen, also Schaltvorgänge auslösen, wenn bestimmte Abschnitte besetzt werden (bestimmte Trennstellen überquert werden). Das heißt, Du unterbrichst eine der beiden Fahrschienen an geeigneten Stellen, so dass der Fahrstrom nur noch über die nicht unterbrochene Schiene fließt. Dann legst Du einen zweiten Stromkreis über die beiden Schienen, der von den Achsen geschlossen wird, wenn und sobald bzw. solange sich Achsen in diesem Abschnitt befinden. Das Schließen dieser Gliesstromkreise löst dann bestimmte Modulationen der Fahrstromversorgung (Oberleitung) aus, die das Bremsen bewirken.

Wenn Du möchtest, dass alle Bahnen mit ihrer Front ungefähr an der gleichen Stellen halten, musst Du die erste Achse als Kriterium nehmen. Wenn Du möchtest, dass alle Bahnen mit dem Heck ungefähr an der gleichen Stelle halten, dann die letzte Achse. Dies kann in jeder Haltestelle individuell gehandhabt werden, so wie es Dir gefällt (oder wie die Fahrgäste den jeweils kürzesten Umsteigeweg haben).

Beispiel: Mit der Front immer an ungefähr der gleichen Stelle halten.
---> Hierfür sind (mindestens) zwei Schienentrennungen sinnvoll. Die erste dort, wo das Bremsen begonnen werden soll. Die zweite dort, wo das Bremsen enden soll. Schließt nun die erste Achse nach Überqueren der ersten Trennstelle die dortigen Schienen kurz, muss eine auf alle Fahrzeuge kalibrierte Bremsautomatik aktiviert werden, die dafür sorgt, dass das Fahrzeug bis zur zweiten Trennstelle in realistischer Weise herunterbremst, jedoch noch nicht auf Null, sondern bis auf eine kleine Restgeschwindigkeit (Schleichfahrt). Schließt die erste Achse nach Überqueren der zweiten Trennstelle die dortigen Schienen kurz, erfolgt das "Zu-Ende-Bremsen" von der Schleichfahrt auf Null. Es sind also zwei Bremssteuerungen nötig, für Analogbetrieb vorzugsweise auf Basis Pulsweitenmodulation (PWM), da diese auch sehr langsames Fahren ermöglicht, so sanft wie im Digitalbetrieb. Nur mit den zwei Trennstellen bekommst Du das Problem in den Griff, dass die Züge unterschiedliches Fahr- und Bremsverhalten an den Tag legen, d. h. für gleiche PWM (Schleichfahrt) fährt das eine Modell noch schneller als ein anderes. Die zweite Trennstelle hat folgenden Abstand von der Front-Stelle der Halteposition: Maximaler Abstand Fahrzeugbug zu erster Achse + maximaler Anhalte-Weg des flottesten Fahrzeugs aus der Schleichfahrt. Die erste Trennstelle hat folgenden Abstand von der zweiten Trennstelle: Maximaler Weg, den das flotteste Fahrzeug für das Herunterbremsen von Streckengeschwindigkeit auf Schleichfahrt benötigt. Jeweils ggf. um kleine Zuschläge, je nach gewünschter Genauigkeit,
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