Kleinserienmodelle des Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

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Marc Beindorf
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Kleinserienmodelle des Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Beitrag von Marc Beindorf » So 1. Mär 2020, 21:14

Neue Technik, neue Modelle
von Marc Beindorf (Text) und Marcus Heßler (Bilder)

Ein neuer Wind pfeifft durch das Modellbahnland des MSF eV. Die 3D-Technik hat uns mit ihren Möglichkeiten in den Bann gezogen. Zwar wird das ganze zeichnerisch und konstruktiv von Marcus Heßler als Entwickler maßgebend gestaltet, jedoch können Recherchen und Hinweise zu den Modellen viele andere Modellbaukollegen beitragen. Ganz große Vorarbeit hat dabei vor allem Torsten Ehrhardt von den Eisenbahnfreunden geleistet, dem wir schon einige sehr gute Modelle zu verdanken haben, deren Herstellung aber im Laufe der Zeit immer komplizierter wurde. Für das Abgußverfahren einen geeigneten Modellbauer zu finden, war nachher die größere Schwierigkeit, als das Modell selbst zu erstellen.

Die neue Technik, die sich nun durch einen sehr guten Umgang mit einem entsprechenden Konstruktionsprogramm für uns erschließt, ist das 3D-Druckverfahren. Marcus ist mit diesem Programm inzwischen so versiert unterwegs, daß er seine Entwürfe an guten Tagen binnen weniger Stunden fertig hat. Dabei ist es immer wieder erstaunlich, in welcher Qualität die Renderbilder, von denen wir hier einige präsentieren, die Modelle schon darstellen.

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Renderbild vom Großraumzug in Sammelvitrine

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Renderbild des Umbauzuges

Es sei aber verraten, so gut wie sie im Render aussehen, kommen sie leider nie wirklich aus dem Drucker. Da sind viele Hürden, die man aber mit bestimmten Einstelltricks beim Drucken so hinbekommen kann, daß an den Modellen nur ganz wenige Nacharbeiten notwendig sind.

Weiterer Vorteil: Galt beim bisherigen Formenbau zum Abguß lieber mehr Material vorzusehen, was beim Bau eines bestimmten Zustands einfach weggenommen werden kann, so ist das 3D-Druckverfahren dazu in der Lage, bestimmte Details mit nur wenig Änderungsarbeit am Modell mit auszudrucken. So können beispielsweise die typischen OS-Kästen für die Türbeleuchtung, die die meisten Fahrzeuge ab 1964 nachgerüstet bekamen, einfach im Modell eingefügt werden oder für ein früheres Modell wieder entfernt werden, ohne das man sich Gedanken ums Material oder zu verwendendes Werkzeug machen muß. Insofern gilt für unseren 3D-Druck das Motto: Theoretisch sind alle Sonderwünsche möglich, man muß sie nur äußern und vorbringen.

Kleiner Dessauer Umbautriebwagen und -beiwagen (resp. 23 + 352)

Neu in unserer Modellreihe, die wir mit dem Modell 138 + 300 (Hawa-Triebwagen und Glashänger) begonnen haben, sind nun die vorbildgerechten Museumsfahrzeuge 23 + 352 im Idealzustand als historische Fahrzeuge. Idealzustand deshalb, weil sie beim großen Vorbild immer noch die Regenrinnen aus den 60ern besitzen, die aber im Modell erstmal unbewußt weggelassen wurden. Und, natürlich auch hier wieder der quasi „Einrichtungszustand“ mit den von der Bahnaufsicht geforderten Aufsteckleuchten.

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Auch hier gilt wieder der Hinweis, wer einen anderen Zustand wünscht, möge uns seine Wünsche bitte näher bringen. Fast alles ist umsetzbar. Angefangen vom Urzustand mit runden Strahlern neben dem Zielschild und ohne Scheinwerfer und Richtungsanzeiger, über den Zustand in der 40ern mit Tomaten, Scheinwerfer und anderen Steckdosen, bis hin zur Ausführung in den 60ern mit 24V-Anlage, doppelte Rückleuchten, 24V-Scheinwerfern, Regenrinnen und OS-Lampenkästen an den Türen.

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Bei beiden Modellen handelt es sich quasi um Wiederauflagen unseres letzten Abgußmodells. Wir werden die Modellreihe auch entsprechend weiter ergänzen. Wer also einen Mehrwagenzug zu einer späteren Zeit plant, beispielsweise einen Nieskyer mit zwei Glashängern, kann auch jetzt schon die Glashänger im gewünschten Zustand bestellen und wenn wir mit „124&Co.“ dann ebenfalls konstruktionsmäßig durch sind, den Triebwagen dazu nachbestellen. Vorteil: Die Kosten fallen nicht auf einmal und so horrende aus.

Gotha-Großraumzüge (T4-62 + B4-61 und Ableger)

Eine weitere Ergänzung, über die ich mich besonders freue, sind die Gotha-Großraumzüge. Auch diese bieten wir in verschiedenen Zuständen an. Nachdem das erste Probemodell auf Kundenwunsch gefertigt wurde, waren wir in der Lage erst einmal zwei Zustände festzuklopfen, die wir nunmehr fest anbieten wollen.

- Nullserienzug im Urzustand mit Schaffnersitzplatz im Beiwagen, runden Rückleuchten, schmalen Klappfenstern und alugefaßten Türscheiben

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Render vom Nullserienzug (resp. 431-433, Bw 561-563)

- Serienzug des Baujahres 1963 mit Seitenzielanzeiger im Dach, Schaffnersitzplatz im Beiwagen, Wartburgrückleuchten, größere Klappfenster und gummigefaßte/ getrennte Türscheiben

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Render vom Serienzug (resp. Tw 434-438, Bw 564-568)

Noch nicht im Plan ist ein Serienzug von 1964 (resp. Tw 439-444, Bw 569-574) mit werkseitiger OS-Anlage, ohne Schaffnersitzplatz im Beiwagen, sonst wie Baujahr 1963. Das wäre aber möglich diese leichten Änderungen auch noch einzubringen.

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Modelle in der Konstruktion mit „Blinktitten“ und Wartburgrückleuchten

Ebenfalls möglich, was am Markt so bisher nicht zu haben war, wäre auch die Herstellung der ersten Berliner Beiwagen (B4-60, Bw 3003-3008), die zunächst mit Reko-Triebwagen einsetzt waren und hinten eine geschlossene Schürze und kein Blinklicht besaßen.

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Auch für dieses Modell gilt: Keine Modellwünsche sind uns fremd, auch hier können Sonderwünsche beim Ausdruck des Modells berücksichtigt werden.

Mein Fazit zum 3D-Druckverfahren: Wird Zeit, daß irgendwer mal einen Farbdrucker für den 3D-Modellbau erfindet.

Kontaktadresse: http://www.msf-ev.de/ und msfev@t-online.de
Mein Videokanal bei Youtube: http://www.youtube.com/user/MarcB1708

T2D
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Re: Kleinserienmodelle des Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Beitrag von T2D » So 22. Mär 2020, 23:18

Tolle Zeichnungen sind es erstmal. Dann mal "Gut Druck"!

Helge

Spreeathener
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Gotha T4-62+B4-61 als Re: Kleinserienmodelle des Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Beitrag von Spreeathener » Mi 1. Apr 2020, 19:52

Hallo

Da habt ihr in Magdeburg ein sehr interessantes Projekt ins Auge gefasst. Die formschönen Gotha-Großraumer gibt und gab es ja bislang nur von Froewis in sehr guter Handarbeitsqualität mit angemessenem Preis und derzeit noch als 3D-Druck von shapeways. Und wenn ich mich recht erinnere, hat Guido Mandorf mal einen Resinguss erstellt.

Das Shapeways-Modell habe ich hier als Tw+Bw-Zug in H0 im Bau (BVB in Hauptstadtlackierung). Als Motorisierung habe ich den C1-Antrieb von Halling direkt eingepasst. Die minimale Differenz der Drehzapfenabstände habe ich wegen der verdeckten Drehgestelle vernachlässigt. Allerdings brachten die komplett verkleideten Drehgestelle auch den größten Anpassungsbedarf mit sich. Das Modell ist mit annähernd maßstäblicher Breite von 25,3 mm und einer Wandstärke von jeweils ca.1,25 mm innen 22,8mm breit. Bei diesen Abmessungen hatte ich dann in Bögen unterhalb 235mm-Radius das Problem, dass die Räder innen am Wagenkasten schliffen. Bei noch engeren Radien hebelte es den Zug dann einfach aus dem Gleis.
Meine Lösung war dann das Feilen von Ausbuchtungen an den Anschlagpunkten für eine größere Ausdrehung der Drehgestelle. Die verbleibende Materialstärke liegt nun bei minimal 0,7mm. Jetzt läuft der Zug auch durch meinen kleinsten Radius von 207mm ohne Probleme.

Wie stark habt ihr die Wanddicken eingeplant?
Konntet ihr ggfs. die Kurvengängigkeit in einer Simulation berechnen?
Wie erstellt ihr die Fenster, v.a. die gebogenen Eckfenster an den Wagenenden?

Ich bin und bleibe gespannt auf die Umsetzung eurer Modelle. Ein Berliner Zug muss ja nicht allein bleiben.

Grüße aus Berlin
Stefan

Sukram
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Re: Kleinserienmodelle des Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Beitrag von Sukram » Fr 3. Apr 2020, 15:45

Hallo Stefan,

über die möglichen Modelle von Froewis , GM und Shapeways hast du ja bereits geschrieben.

Ich habe mal in der Konstruktion nachgemessen. Unsere Wagen hat eine Breite von 25,2mm und hat 1mm dicke Seitenwände. Dementsprechend liegt das Innenmaß bei uns bei 23,2mm. Ich habe auch in der Seitenwand Bereiche ausgespart damit die Drehgestelle weiter eindrehen können.
Im Bereich der Aussparungen beträgt die Wandstärke nur noch 0,5mm.
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Zum Radientest drehe ich die Drehgestelle ein bis zum Anschlag und lege mir dann unseren Mindestradius vom Verein (bei uns R225)drunter und schätze es nur ab ob die Fahrzeuge dort rum kommen. Gewiss, beim Großraumwagen ist 225mm auch Kotzgrenze bei Verwendung der Drehgestelle von H&P.
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Simulieren kann man das bestimmt auch, damit habe ich mich aber noch nicht befasst bei Fusion360.

Die Fenster werden wir mit Klarsichtfolie von Innen hinter die Fensteröffnungen kleben. Sicherlich nicht ganz originalgetreu aber in unseren Augen eine vertretbare Lösung.

Mal schauen wann ich die ersten Modellbilder bekomme um zu zeigen wie die gedruckten Modelle aussehen.

Gruß Marcus
Magdeburger Straßenbahnfreunde e. V.

Uwe-FF
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Re: Kleinserienmodelle des Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Beitrag von Uwe-FF » Fr 3. Apr 2020, 19:06

Hallo Markus,

Folien für die Fenster sind sicher eine Möglichkeit.
Besser wäre, die Fensteröffnungen so zu bemessen, dass für die Türen und großen Seitenfenstern die Einsätze vom G4 von Frau Herrmann verwendet werden können.
Die übrigen Fenster könnte man sich dann aus anderen Teilen von H&P passend machen.

Ansonsten ein sehr schönes Modell, das auf meiner Wunschliste recht weit oben steht,

Grüße und bleibt alle gesund, Uwe

Marc Beindorf
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Re: Kleinserienmodelle des Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Beitrag von Marc Beindorf » Fr 3. Apr 2020, 21:09

Hallo Uwe!

Du hast den eindeutigen Vorteil, daß Deine Drehgestelle noch besser eindrehen können :mrgreen: .

Ich bevorzuge immer noch die Methode von Fröwis. Fensterrahmen mit lichtechtem Folienstift schwärzen, Silber-Lackstift an die Klappabteile (deshalb habe ich auch angeregt, daß die mit gedruckt werden). So hat mir Herr Fröwis das damals gezeigt und so habe ich es an meinem dann auch umgesetzt. Das mit der Verwendung von Herrmann-Teilen ist nur beim Serienzug machbar. Für die Nullserie fehlt schon wieder die richtige Türfensterform und ich glaube mich zu erinnern, daß es auch keine schmalen Klappfenster für die Gelenwagenwagen gab (weil die Form ja der G4-65 ist). Die Auswahl an H&P ist also eher begrenzt. Ich denke, wir beobachten mal weiter, was der Guido da so zaubert mit seinem Laser. Das mit den runden Eckfenstern ist nämlich ein wahres Elend, nicht nur bei Gotha-Großraumwagen. Auch bei vielen anderen Modellen.

Gruß Marc
Mein Videokanal bei Youtube: http://www.youtube.com/user/MarcB1708

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