Neuling: Hilfe zum Anlagenbau

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Gast

Neuling: Hilfe zum Anlagenbau

Beitrag von Gast »

Hallo

Ich bin noch ziemlich neu in der Modellstraßenbahnwelt und auf der Suche nach Gleisplänen und Betriebsideen für eine Wandanlage. Ich habe schon zwei Bücher zu dieser Materie gelesen. Doch die zündende Idee blieb bisher aus. Als Platz stehen zwei Wände mit einer Länge von 3,20 m und 2,80 m zur Verfügung. Lässt sich auf diesem Platz schon eine interessante Stadbahnstrecke für den Anfang verwirklichen?

Bin dankbar für jeden tip aber auch offen für Kritik

Gruß aus dem Kreis Lippe
Gast

Beitrag von Gast »

Hi ET425!

Also auf der Fläche kannst du schon recht viel machen. Es kommt aber auch auf die Breite an:
Wenn die Platte nicht sehr breit ist, könntest du z.B. einige Linien im Zweirichtungsverkehr anlegen. Diese Linien (Strecken) hätten dann an den Enden stumpf endende Haltestellen. Oder du könntest die Streckenenden hinter einigen Häusern enden lassen.
Falls die Platte breiter als 50-60 cm sein sollte, könntest du z.B. einige oder eine Strecke im Einrichtungsverkehr nachbilden. An den Enden hätte die Strecke dann Wendeschleifen, wo die (Einrichtungs)fahrzeuge drehen können. Sehr gut wirkt auch oft die Umfahrung eines Depots, das dann in einer der Wendeschleifen liegen könnte. Dazu muss die Anlagenplatte aber auch entsprechend breit sein!

Eins ist allerdings klar:
Auf dieser Länge kann man schon einiges realisieren. So z.B. auch eine Paradestrecke, die entweder auf einer Straße an der Anlagenkante oder aber auf einem eigenen Gleiskörper führen könnte.

Ich hoffe ich konnte dir schon mal etwas weiterhelfen...

Gruß,

TOBI/tramtobi
Werner Jurkowski

Beitrag von Werner Jurkowski »

Hallo ET425,

schau doch einfach mal in die Links zu anderen Modellstraßenbahnfreunden oder in's Foto-Album. Auch bei Tipps & Tricks und bei den Links in der Mitgliederliste wirst Du fündig. Mit dem Platz, den Du zur Verfügung hast, liegst Du bei der Anlagengröße sicherlich schon über dem Durchschnitt. Wenn Du nur von einer Seite an ein Anlagenteil herankommst (während des Betriebes), dann baue es nicht breiter als 80cm.

Viel Spaß beim Planen
Werner
Matthias.Vollstedt
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Grundlagen für Tramanlagen

Beitrag von Matthias.Vollstedt »

Hallo ET 425,

im u.g. Buch sind von S. 20-34 die wesentlichen Planungsgrund- sätze für Modelltramanlagen aufgeführt, die für individuelle Entwürfe nutzbar gemacht werden können. Richtig ist, dass man für Wendeschleifen und/oder Gleisdreiecke in der Baugröße HO ca. 80 cm Anlagentiefe benötigt, doch erfordert das m.E. Zugänglichkeit von mindestens zwei Seiten (es sei denn, man hat "Gardemaß" und keinen Bauch...). Besser ist es, "an der Wand lang" eine Tiefe von 60 cm nicht zu überschreiten.
Die für die Anlagenplanung besonders wichtigen Maße für Straßen und die Mindestradien für die gängigsten Modelle findest Du ab S. 35.
Den Esslinger GT 4 (Stuttgart, Freiburg, Augsburg, Halle pp.) und den "Flexity Classic" M 8 D NF der EVAG (ähnlich: Krakau, Ffm und Halle) von Halling konnte ich nicht mehr berücksichtigen - zumindest der letztere Typ braucht mit Radien von 250mm viel mehr Raum als eigentlich zulässig: Da das Vorbild 18-Meter-Radien durchfährt, müsste das Modell mit ca 200mm auskommen.
Das ist leider ein typisches Problem der Modelltram: Die Anbieter von Wagen, Gleisen und Zubehör halten leider noch nicht so viel von der gegenseitigen Abstimmung Ihrer Produkte - da sind die Eisenbahner weiter...
Was wozu passt, habe ich nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und aufgeschrieben...
In diesem Sinne wünscht Dir einen guten Start

Matthias Vollstedt
Mehr Infos zum Bau und Betrieb von Modelltrams findet Ihr in meinem Buch "Straßenbahn im Modell", 2. Auflage Alba-Verlag Düsseldorf. Allzeit "gute Fahrt" in unserem schönen Hobby wünscht Euch
Matthias Vollstedt
Thomas
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Beitrag von Thomas »

Hallo,

als Idee möchte ich zwei Bilder meines Erstlingswerkes einstellen, auch wenn noch einige Details fehlen. Das ganze soll irgendwann einmal, wenn ich die Zeit dazu finde, das Endmodul einer Wandanlage bilden. Die Maße sind 1,05 x 0,6m und der kleinste Bogenhalbmesser 22cm.
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Gast

Beitrag von Gast »

Hallo

Erstmal besten Dank für die vielen Antworten. Nachdem ich noch ein bisschen im Netz gestöbert habe,
denke so im groben nen Gleisplan zu haben. Ich möchte in jedem Falle
Wendeschleifen verwenden, um alle meine Modelle einsetzen zu können.
Wirkt denn auf dieser Länge eine Zwischenschleife pro Richtung realistisch ?

Vielen Dank im Vorraus
Werner Jurkowski

Beitrag von Werner Jurkowski »

Hallo et425,

wie dicht Dein Gleisnetz werden soll, hängt sehr stark davon ab, was Du darstellen möchtest. Wenn es ein moderner Stadtbahnbetrieb sein soll, dann ist weniger mehr, einfach wegen der größeren Zuglängen gegenüber Oldtimern in einer Kleinstadtkulisse. Wenn nur kleine Zweiachser fahren sollen, könntest Du auch auf kleinerer Fläche viel darstellen. Sollte Dein Traum aber z.B. der Betrieb mit langen Zügen nach Vorbild Hannover sein, dann sieht es einfach nicht gut aus, wenn der "Fahrer" seinem eigenen Zug ins Heck "beißen" kann.

Meine Anlagenteile, die ich zu Ausstellungen mitnehme, sind auch in L-Form angeordnet und etwas länger als Deine. Zentral gelegen habe ich da eine Kirchplatzumfahrung, die aus beiden Richtungen als Wendeschleife genutzt wird. Ein Anlagenschenkel hat eine Tiefe von 80cm, Platz genug für 2 doppelgleisige großstädtische Gleistrassen, die sich am Anlagenende quasi als übergroße Schleifen treffen.

In dem Bereich, wo die beiden Anlagenschenkel aufeinander treffen, hat man die größten Gestaltungsmöglichkeiten.

Viele Grüße
Werner
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo

Vielen Dank für die vielen Informationen.
Ich möchte ja niemanden nerven, doch stehe ich nun vor einem neuen Problem: Es geht um die Elektrik. Schon beim Gleisbau muss ich ja die berücksichtigen wie ich meine Anlage steuern werde. Die Trams sollen digtal fahren um das Gewschwindigkeitsproblem in den Griff zu bekommen. Die Anlage möchte ich Analog schalten. Ich dachte da an eine Bolckstreckensteuerung mit Reed-kontakten und bistabilen Relais. Hat das schon mal jemand ausprobiert ? Ist das zu empfehlen ?

Besten Dank im vorraus

Gruß aus dem Kreis Lippe
Hans-Peter Nast

Beitrag von Hans-Peter Nast »

Moin.

Reedkontakte sind immer nur eine 80% Lösung. :wink:
80% der auszulösenden Schaltvorgänge werden tatsächlich ausgelöst, weitere 12% vielleicht und die restlichen 8% werden schlicht nicht geschaltet. :cry:

Alle Fahrzeuge müssen mit Schaltmagneten ausgerüstet sein. :roll:
Die Schaltmagnete müssen in der richtigen Arbeitshöhe über dem Kontakt liegen und das Magnetfeld darf nicht verdreht sein. :roll:
Die Reedkontakte müssen 100% in der richtigen Einbaulage sein, sonst funktioniert das Ganze nicht richtig. :roll:

Also eigentlich viel Aufwand für wenig Wirkung. :evil:


Mal nebenbei, Wie stellst Du Dir die Schaltung mit den bistabilen Relais vor.
... ein Fahrzeug löst den Kontakt aus und schaltet das Relais, soweit OK.
Und dann?
Wie wird das Relais wieder zurückgeschaltet ohne die Reedkontakte zu überlasten?
Also ein extra "Ausschaltkontakt" für jeden Block. :idea:
Wenn der aber mal nicht schaltet, weil das Fahrzeug zu schnell war, steht die gesamte Anlage nach kurzer Zeit. :cry:

Viel Spaß bei der Fehlersuche ... :?


Die bessere Variante ist die Blockstellenschaltung über Belegtmelder, z.B. den 43400 von Uhlenbrock, mit eingebautem Relais. :idea:
Die Belegtmelder reagieren auf Stromverbrauch (es genügt sich mit der Hand auf die Gleise zu stützen um die Belegtmeldung auszulösen).

Ein "mal eben schnell" aufgebauter Schienenkreis mit den entsprechenden Trennstellen und den Belegtmeldern funktionierte analog, wie digital auf Anhieb. :wink:

Kommen wir zum Kostenvergleich.
Platine 0,99 Euro
Relais 4,95 Euro
Sockel 0,32 Euro
Gleichrichter 2,20Euro
Reedkontakte 2,20Euro

Das sind 10,66Euro/Block
Zuzüglich 1,50 Euro/ Fahrzeugmagnet. :roll:

Das minimum sind 3 Blöcke und 2 Fahrzeuge, damit die Blockschaltung überhaupt funktioniert.
Das bedeutet 36,48 Euro an Material, damit eine unzuverlässige Billiglösung überhaupt funktioniert. :roll:
Dazu kommen insgesamt noch mindestens 3-4 Stunden Montageaufwand.
Bei einer theoretischen Kalkulation von 10 Euro/Stunde sind wir jetzt bei 76,48 Euro.

Ein Belegtmelder von Uhlenbrock kostet 23,00 Euro, ist damit in der Materialbeschaffung zwar doppelt so teuer, wie die Billiglösung, :? verursacht aber letztendlich nur eine halbe Stunde Montageaufwand und funktioniert dafür wirklich sicher. :)
Das bedeutet, 69,00 Euro Materialkosten und 5,00 Euro Montagezeit.
Damit sind wir bei 74,00 Euro. :shock:

Die beiden Systeme sind also im Endpreis tatsächlich vergleichbar.

Jetzt werden viele sagen, meine Arbeitszeit brauche ich nicht mit hineinzurechnen ...
Stimmt, Ihr braucht das nicht, ich muß es als Profi aber tun, um die ganze Geschichte klarer darzustellen. :evil:
Wenn ich dann allerdings meinen normalen Stundensatz mit einrechne, sieht die Reedkontaktlösung sehr alt aus ... :evil: :evil:

Wenn ich mir dann auch noch den zusätzlichen Mehraufwand an Kabeln bei der Reedkontakt-Lösung ansehe und welche möglichen Fehlerquellen man damit zusätzlich einbauen kann, fällt meine Entscheidung immer zu Gunsten der Belegtmelder. :wink:


Damit genug für heute. :D
Grüße aus Hamburg
H.-P. Nast
GuidoM

Beitrag von GuidoM »

Hallo,

Hans-Peter hat schon Recht. Das Basteln ist zwar eine der schönsten Beschäftigungen, aber Fehlersuche nervt irgendwann. Ich kann zwar seine Einschätzung, daß die Lösung mit Reedkontakten nur eine 80%ige ist, nicht teilen, aber vielleicht hat er da auch mehr Erfahrungen gemacht als ich. Ich habe es etliche Jahre bei einer Anlage verwendet, da gabs keine Probleme, aber vielleicht hatte ich auch kräftige Magnete verwendet ;-)

Auf meiner Homepage findest du den Gleisplan meiner leider zerstörten Anlage. Vielleicht inspiriert dich davon ja etwas.
Gesperrt