Straßenbahngleise einpflastern

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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Tram1324 » Mi 18. Apr 2012, 12:57

Hallo Gerhard,

wir schneiden das schwarze Scherenschnittpapier genau so breit aus, dass es
genau zwischen den beiden Schienen soweit ab, dass der untere Schienenfuss mit abgedeckt wird (ca.17mm breit).
Das Scherenschnittpapier ist sehr dünn. Dadurch legt es sich besonders gut in das Gleis rein.

Schöne Grüße
Micha
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Gerhard Brose » Mi 18. Apr 2012, 13:08

Hallo Micha,

das ging ja schnell!

Muß ich doch mal probieren, wie sich das anschmiegt. Es wäre sicher einfacher als das von mir angedachte und auch noch nicht ausprobierte Zuschmieren mit Gips oder Ähnlichem.
Viele Grüße,

Gerhard
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Tram1324 » Mi 18. Apr 2012, 13:16

Hallo Gerd,

wir hatten auch mal ausprobiert mit gibs oder ähnliches.
Von dem Ergebnis waren wir alle sehr enttäscht. :cry:

Eines Tages kam Marc Beindorf (Marc1972) auf die gute Idee mit dem Scherenschnittpapier.
Wir haben einige Anlagenteile damit ausprobiert und waren sehr begeistert vom Ergebnis.

Schöne Grüße
Micha
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Christian M. » Mi 18. Apr 2012, 15:18

Ich überlege gerade, gibt es eigentlich auch Teerplatten oder Betonplatten? Falls nein, könnte man sich die ja eigentlich auch selbst basteln aus dünnem Karton?

Ansonsten ich wollte bei meinem neuen Straßenbahnprojekt evtl. Kopfsteinpflaster und Teer/Beton kombinieren wollen, als Unterlage könnte man doch sicher auch dünnes schwarzes Bastelpapier verwenden?
Grüße aus Nürnberg, Christian M.
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon christian82 » Mi 18. Apr 2012, 15:39

normale Betonplatten gibt es z.B. von Busch -> http://www.elriwa.de/de/Busch-7412-Betonplatten.html

Aber mit Karton geht das denke mal auch. Mußt nur dran denken, dass sich Karton bei zu hoher Luftfeuchte an den Schnittkanten wölben kann und dann vielleicht an den Rädern oder Drehgestellen schleift.

Aber auch um etwas verfalleneres darzustellen schwör ich nach wie vor auf die Gipsmethode. Mit Pappe oder ähnlichen habe ich zeitgleich bei mir im kleinen Straßenbahnhof experimentiert und nein, ich bleibe bei der Bildhauervariante hier (auch wenn ich den Link aus Beitrag 2 in diesem Thema wiederhole -> viewtopic.php?f=8&t=2877 )
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Tram1324 » Mi 18. Apr 2012, 16:54

Hallo,

man kann auch Tonpapier nehmen, um Betonplatten darzustellen.
Wir haben Tonpapier verwendet, um die Großverbundplatten und Randplatten darzustellen.
Aber auch Gehwege und Radwege kann man mit Tonpapier herstellen.
Bis jetzt haben wir keine Probleme mit den Tonpapier festgestellt. Es liegt noch gut wie am ersten Tag.

Hier zwei Bilder davon

Bild
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Bild
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Schöne Grüße
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Gerhard Brose » Do 19. Apr 2012, 18:05

Hallo Michael,

in den letzten Bildern meine ich aber ganz deutlich noch die Kleineisen, jedenfalls die Schienenklammern, zu sehen.

Außerdem fällt mir jetzt auf, daß Du zwar davon geschrieben hast, den unteren Schienenfuß abzudecken, die Kleineisen gehen aber darüber hinaus.

Ich bring' das nicht ganz zusammen.
Viele Grüße,

Gerhard
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Schienenchaos » Do 19. Apr 2012, 18:16

Ich habe unlängst auf einem Teststück probiert, die Schienen vor dem "Asphaltieren" mit Trittschalldämmung zu lackieren, um die Kleineisen zu verstecken. Abenso wurde mit rostbraunem Lack die Kante der Gleisfüllung gestrichen, um den Eindruck einer Rille zu vermitteln. Optisch ist es ganz ansprechend, Kontaktprobleme gibt es keine.
LG
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Tram1324 » Do 19. Apr 2012, 20:21

Gerhard Brose hat geschrieben:Hallo Michael,

in den letzten Bildern meine ich aber ganz deutlich noch die Kleineisen, jedenfalls die Schienenklammern, zu sehen.

Außerdem fällt mir jetzt auf, daß Du zwar davon geschrieben hast, den unteren Schienenfuß abzudecken, die Kleineisen gehen aber darüber hinaus.

Ich bring' das nicht ganz zusammen.


Hallo Gerd,

du hast vollkommen Recht mit dem Kleineisen. Ich habe auf diesem und andere Anlagenteile das Scherenschnittpapier
nicht angewendet. Warum, kann ich dir nicht beantworten. Vielleicht war ich damals etwas übersturzt mit den verlegen vom Straßenpflaster.

Normalerweise verdeckt das Scherenschnittpapier das Kleineisen und den Schienenfuss, wenn das Papier richtig verlegt wird.
Schöne Grüße
Michael Menz Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Marc Beindorf » Fr 20. Apr 2012, 01:37

Es sollte unbedingt erwähnt werden, daß sich der Einsatz von Scherenschnittpapier nur dann als günstig erweist, wenn das Schienenprofil höher ist. Wir haben z.B. auch negative Erfahrungen auf einigen Anlagenteilen gemacht (z.B. im neu gebauten Herrenkrug - der sollte mittels Pappstreifen "einsandet" werden, statt einer Pflasterung), auf denen statt Tillig-Pilz-Standardgleis (Profilhöhe 2,5 mm) die sogenannten Elitegleise (Profilhöhe 2,07 mm) aus dem Hause Tillig zur Anwendung kamen mit ihrem Code 80-Profil nach NEM. Das führt nämlich dazu, daß manche Fahrzeuge mit den Spurkränzen auf das Scherenschnittpapier auflaufen und stellenweise isoliert stehenbleiben. Das betraf hauptsächlich Fahrzeuge mit Roco-Antrieb und nur einem Stromabnahmedrehgestell, aber auch andere Fahrzeuge hatten sichtliche Probleme damit. Also, bei dieser Methode ist unbedingt ein hohes Schienenprofil zu empfehlen! Wie gesagt, Pilz-Standardgleis oder vergleichsbares ist ideal geeignet.
Die Einbringung ist relativ einfach. Man legt das Scherenschnittpapier abschnittsweise auf und drückt es so auf den Schienenköpfen entlang, daß sich gut genug nachvollziehbare Schnittkanten zeigen. Ausgeschnitten wird es relativ grob entlang des Schienenkopfabdruck und dann in den Zwischenraum eingelegt und mit den Fingernägeln an der Innenseite und am Schienenfuß aufgefalzt und schließlich geklebt. Dazu eignet sich ein guter Alleskleber am besten, möglichst kein Kaltleim, weil sich eine stabile Klebeverbindung ergeben soll. Anschließend kann man das Straßenplaster auffüllen, wobei ich einen zusätzlichen 13mm breiten Pappstreifen zum Auffüllen darunter empfehle und erst darauf wird das Straßenpflaster aufgebracht. Eine Ausnahme wäre die Verwendung von Polystrol-Pflasterplatten mit Prägung, die selbst eine entsprechende Auffüllstärke mitbringen.

Anschließend mal der Gesamteindruck eines mit der Scherenschnittpapier-Methode komplett (bis auf die Weichen natürlich) ausgestatteten Anlagenteils:
Bild
(Für volle Bildgröße bitte in der Zoomansicht auf rechte Maustaste klicken und "Grafik anzeigen" wählen)
Noch ein Bild eines anderen Anlagenteils gefunden:
Bild
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Tramspotters » Fr 20. Apr 2012, 07:34

Hi,

damit man die Kleineisen und Schwellen nicht erkennt, habe ich den Untergrund der Gleise schwarz gemalt, sowie die Innenseite der Schienen. So gibt es kein Problem, dass ein Spurkranz auf irgendeinem Stück Papier auflaufen kann. Es geht auch schneller als erst Papier zurecht zu schneiden ;-)
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Marc Beindorf » Fr 20. Apr 2012, 12:01

Stimmt schon. Genaues Arbeiten kann auch lästig sein. Ich wollte nicht sagen, daß die Scherenschnittmethode ein Muß ist. Sie ist ein kann bzw. eine grundsätzliche Empfehlung für Leute mit sehr viel Zeit, die viel Wert auf ein glattes, von Kleineisen nicht gestörtes Bild der Rille legen. Mit Farbe an den Schienen herumzumalen, halte ich grundsätzlich für nicht zielführend, denn da wo Farbe ist, ist auch der Einsatz von Sandpapier und anderen scharfen Gerätschaften nicht weit und damit weitere (andere) Kontaktprobleme vorprogrammiert. Das ist auch eine teils leidvolle Erfahrung unserer Vereinsarbeit. Farbe und Sandpapier haben an Gleisen gründsätzlich nichts zu suchen, das ist Modellbahngrundkurs 1.Klasse. Manchmal ist schneller eben nicht besser :mrgreen:!
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Schienenchaos » Fr 20. Apr 2012, 13:00

Sandpapier ist natürlich - gerade bei Messingschienen - der Tod des guten Kontaktes. Allerdings wird die von Tramspotters und mir vorgeschlagene Variante zum Einfärben bei vielen Modelleisenbahnern erfolgreich praktiziert. Zum Beispiel dürfte es mit dem Roco-Rubber zu keinen Problemen kommen.
LG
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Tramspotters » Fr 20. Apr 2012, 16:21

Sandpapier ... grusel ... wer macht denn sowas?

Ich hab nicht geschrieben, dass man einen Eimer Farbe über die Gleise kippen soll :mrgreen: Wie bei allen Sachen sollte man auch hier etwas Sorgfalt an den Tag legen.
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Re: Straßenbahngleise einpflastern

Beitragvon Gerhard Brose » Fr 20. Apr 2012, 17:02

Hallo miteinander,

mir kam beim Stichwort "anschmiegsam" der Gedanke an Frischefolien aus dem Haushalt. Zumindest ansatzweise hab' ich das auch mal ausprobiert. Eine solche Folie ist zwar durchsichtig und muß auf jeden Fall noch (spritz-)lackiert werden, läßt sich aber sogar unter Weichenzungen schieben, ohne daß diese dadurch in der Bewegung beeinträchtigt werden. Wie diese Folie dann festgeklebt werden kann, weiß ich nicht. Im Augenblick kann ich das allerdings nicht weiter ausprobieren, schon gar nicht an Weichen.

Und messingfarbene Schienen sind eh' nicht jedermanns Sache. Lackieren tun wohl doch die meisten mit sofortigem Abwischen des Schienenkopfs.

Vielleicht ist das mal für jemand eine Anregung. Ist auch leichter zu beschaffen.
Viele Grüße,

Gerhard
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