Gleisradien in H0m

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aXel
Beiträge: 58
Registriert: Di 4. Jan 2005, 15:51
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Gleisradien in H0m

Beitrag von aXel »

Hallo,
bei den H0-Gleisen (16mm) habe ich gelernt, sind 18 cm Radius realistisch, aber nicht für Gelenkwagen.
Soweit sogut.
Wer hat mit 2-Achsern auf 12mm Erfahrung ?
Mir reichen die 18 cm nicht, könnte aber über diesen Radius auch ohne Gelenkwagen leben.
Vielleicht kann mir jemand kurzfristig helfen.
DANKE !

aXel
Rolf Hafke
Beiträge: 223
Registriert: Fr 31. Dez 2004, 23:06
Wohnort: Köln

Beitrag von Rolf Hafke »

Hallo,

die Magdeburger Straßenbahnfreunde haben eine Testanlage,m auf der NICHT unter 22,5 cm Radius gefahren wird,
zusätzlich haben sie 20 cm Radius, da klappt es aber schon mal mit versch. zweiachsern (mit langem Achsstand) NICHT!!!!

Also 18 cm (Industrie-Radius) RAUS aus jeder Anlage,
das ist GIFT auf Dauer ....

Folge: es werden die Räder in der engen Kurve zusammengepresst
(und wer mit Haftreifen fährt: auf der Geraden liegen die dann neben der Rille und "ziehen" nicht mehr).....

Gruß aus Köln
Rolf Hafke
Werner Jurkowski

Beitrag von Werner Jurkowski »

Hallo Axel,

zuerst einmal, in der Baugröße H0 hat die Normalspur 16,5mm. Deine Frage bezieht sich aber auf Meterspur, also H0m = 12mm.

Der kleinste mir bekannte Radius beim Vorbild in Meterspur ist 12m, das wären im Modell knapp 14cm. Es hat früher sogar Modelltram Gleissysteme in H0 mit 10cm Radius gegeben und die kurzen Zweiachser, die es dafür gab, konnten darauf auch fahren. Die Gleise hatten aber nicht die Rillenverhältnisse, wie unter Gleisselbstbau diskutiert.

Wenn Du Dich für alle Zeiten auf den Einsatz von Zweiachs-Oldtimern mit kurzen Achsabständen (bis 23mm) von Halling, Hamann, Navemo etc. beschränken willst, dann kannst Du auch kleinere Radien als empfohlen verwenden. Auf Swedtram Rillenschienen wäre dann z.B. der kleinste sicher befahrbare Radius 16,5cm.

Daß es bei größeren Achsabständen nicht mehr klappt, liegt daran, daß sich die Achsen in den Kurven ja nicht radial einstellen, was dann dazu führt, daß die Radsätze (Spurkränze) in den Rillen verklemmen.

Bei Vierachsern ist der kleinste Radius sehr stark vom jeweiligen Modell abhängig. Es soll H0m Modelle geben, die 17cm Radien schaffen. Andere Modelle aber schaffen es nicht, deshalb bei Vierachsern möglichst nicht unter den kleinsten Radius der aktuellen Fertiggleissysteme gehen. Bei den Niederflurgelenkwagen haben wir ja bei einigen Modellen die Erfahrung machen müssen, daß dicht unter 23cm Schluß ist.

Bei engen Radien daran denken, daß die Modelle in den Kurven einen größeren Überhang haben. Das kann dazu führen, daß die Kupplungen an Bauteile anstoßen, die dann eventuell entfernt werden müssen. Auch ist zu bedenken, daß die engen Radien beim Vorbild nicht bei Doppelgleisen zum Einsatz kommen. Dort haben die Kurven größere Radien, damit die Wagen einen genügend großen Abstand voneinander haben. Das gilt ensprechend natürlich auch für Modelle. Bei den Fertiggleissystemen wird das Problem durch erheblich überdimensionierte Gleismittenabstände gelöst - sieht besonders schrecklich bei Oldtimern aus.

Meine grundsätzliche Empfehlung aber ist, sich beim Anlagenbau nicht die Zukunft zu verbauen, denn irgendwann möchte man doch andere Modelle einsetzen - also bei den Radien nicht knappsen.

Viele Grüße
Werner
Thomas
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Beitrag von Thomas »

Hallo,

um einen selbst zusammengestellten Antrieb für den großen Hecht auf einen Radius von 173mm (15m beim Vorbild) einzurichten hab ich ein Testgleis aufgenagelt und gleich noch meine Restlichen Fahrzeuge darauf getestet- Roco GT6, Lima GT6 und MMR T2 kamen rum, bei meinem KT4D müsste ich den Faltenbalg noch etwas ausdünnen.
Nur ob das auf Dauer fürs Getriebe so gut ist :roll:
Bei 2- Achsern könnte es mit der Kupplung problem geben, wenn diese nicht weit genug ausschwenken kann. Die BeKa Magnetkupplung macht da aber keine Problem, weil die Verbindung einknicken kann wenn es zu eng wird.

Gruß Thomas
PCCFan

Beitrag von PCCFan »

Hallo

Es kommt wirklich draufan welchen Radstand deine 2 Achser haben...
Ich habe nur 2 Achser mit Max 32mm Radstand.. die lassen sich auch mit Beiwagen durch 12cm Kurven schleusen,, Voraussetzung dass der Bogen aus einem "Guss" (Flexgleis) verlegt ist. Ohne Anhänger lassen sich auch 10cm Kurven ohne Probleme befahren.. Ich habe bis jetz immer Peco Flexgleis benutzt und bin sher zufrieden damit.
Gruss
Boris
tram de ruhr
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Beitrag von tram de ruhr »

Hallo,

ich kann die Empfehlung großer Radien nur unterstützen. Als ich vor über 20 Jahren mit einem Roco 6achser und ein paar BEC 2achser anfing hatte ich auch zu kleine Radien gewählt. Als dann der 8achser von Roco erschien musste ich dessen Wagenkästen an den Gelenken etwas kürzen um fahren zu können.
Oft reicht die Motorleistung in der Kurve nicht aus, somit wude in Geraden viel zu schnell gefahren um in der Kurve nicht hängenzubleiben. Oder die Hand bleibt eben permanent am Regler.

Ist im Original auch so: Ich hatte mal das Glück einen echten Duewag GT 6 zu fahren und war schon erstaunt wieviel zusätzlicher Strom in engen Kurven geschaltet werden muß, wirkte auf mich wie Autofahren mit angezogener Handbremse.

Das von Werner erwähnte Modellgleis mit 10 cm Raduis dürfte das von Rivarossi sein, diese Trams hatten Einzelradaufhängung!
Bei schlanken Drehgestellwagen wie etwa Lima wo die Räder in engen Kurven am Kasten schleifen ist der HOmér im Vorteil, er kann engere Kurven fahren als der Vollspurkollege.

Für manche Anlagenplanung bedeutet das jetzt 20cm mehr Anlagentiefe. Wer dafür keinen Platz hat kann natürlich (etwa bei doppelgleisigem Oval) sagen: Aussen fahren nur Gelenkwagen und innen nur kleine Wagen. Oder man nimmt Überschneidungen mit der Gegenspur in Kauf, ist in Lissabon und England früher oft gemacht worden. Mal nach interlaced track googeln.

LG

Holger
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