Decals

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Werner Jurkowski
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Beitrag von Werner Jurkowski » Mi 22. Nov 2006, 00:45

Hallo Vincent und Alexander,

bei mit Tintenstrahldruckern gedruckten Decals muß man diese vor der Verarbeitung mit Klarlack übersprühen oder bestreichen, denn die Druckerfarbe ist wasserlöslich.

Auch bei den Decals von DecalPrint ist ein Versiegeln sehr empfehlenswert, denn wenn man beim Zuschneiden dicht an der Farbkante entlang schneidet oder durch die Farbflächen hindurch, dann kann dort die Farbe abblättern. Eine dünne Lackschicht reicht aus, wird die Lackschicht zu dick, bröckelt die Farbe wieder. Das habe ich gerade erlebt bei einem Übungsbogen (meinem ersten), da hatte ich zuviel des Guten getan.

Es empfiehlt sich auf alle Fälle das fertige Modell mit einem Klarlackfinish zu versehen. Dann fallen die Decals kaum auf und sie sind dann auch gut griffgeschützt. Als Klarlack verwende ich Zaponlack aus dem Autozubehör. Das ist ein Acryllack, wie die übrigen Autolacke in Spraydosen. Ich sprühe nicht mit der Spraydose, sondern verwende meinen Kompressor mit Airbrush Sprühpistole.

Bilddatei:
Man kann Bilder bei DecalPrint einschicken und Carsten Glaubitz "wandelt" diese in Vektorgrafiken um, gegen entsprechende Bezahlung natürlich. Bei meinen Vögeln hätter er sich aber wohl auch die Karten gelegt.

Ich habe bisher zwei verschiedene Bögen mit jeweils einer Vielzahl von Motiven drucken lassen. Ein Bogen enthält alle Zierlinien, Wagennummern und Wappen / Signete. Das Wappen ist die Pixelgrafik. Das ist eine gescannte Vorlage aus einem Buch, die ich in eine BMP Datei (Bitmap) umgewandelt habe. Diese Datei ist, obwohl es ja nur eine winzige Abbildung ist, mit knapp 4000kb sehr groß. Die BMP Datei hat aber den Vorteil, daß sie sich bei Vervielfältigung nicht multipliziert, d.h. 10x das gleiche Motiv ergeben nur wenig mehr als 4000kb und nicht 40000kb, was bei JPG und TIF Dateien der Fall ist.

Der zweite Bogen enthält Zielschildbeschriftungen und etliche unterschiedliche Werbetafeln (für Dach und Perronwände) in einer größeren Farbvielfalt.

Selbstverständlich meldet sich Carsten Glaubitz bei Unklarheiten, die sicherlich immer auftreten, wenn man selbst noch nicht genügend Übung hat. Wesentlich ist die Farbwahl, damit es möglichst keine Rasterung gibt. Am günstigsten sind immer Farbanteile von 100% und ab spätestens 60% muß man mit Rasterung rechnen (die Anteile bei CMYK).

Es kommt sehr auf den Versuch an, wie bestimmte Farben wirken. Bei meiner Farbwahl habe ich sehr gut gelegen und dort, wo Rasterung aufgetreten ist, war sie nicht unerwünscht, außer beim Wappen. Das Wappen aber enthält viele Farbverläufe und Farbtöne, die mit dieser Technik nicht präzise dargestellt werden können. Andererseits kam ein creme (C=0, M=0, Y=25, K=0) hervorragend raus.

Bei Schriften (Buchstaben, Ziffern und Zeichen) unbedingt darauf achten, daß Grafiktexte in Kurven umgewandelt werden! Und wer dennoch mal ein Bitmap drucken lassen muß, der hinterlegt dieses mit einer weißen Fläche in der selben Ebene wie das Bitmap. Dabei sollte das Weiß um einige Pixel nach innen versetzt werden, es darf nicht unter der Pixelgrafik hervorschauen.

Der Druckbereich auf dem DIN A4 Bogen ist 267mm x 202mm, mittig verteilt.
Alles was weiß gedruckt werden soll, also sichtbar ist (nicht der Unterdruck) erhält den Code C=0, M=0, Y=0, K=10.
Wer dieses helle grau tatsächlich als grau gedruckt haben will, gibt eine kleine Abweichung ein, z.B. K=11.

Andere Codes für Sonderfarben:
Gold: C=0, M=20, Y=60, K=20
Silber: C=0, M=0, Y=0, K=30
Blinker: C=0, M=71, Y=100, K=0 (wird silber hinterlegt, wirkt dadurch metallic)
Rücklicht: C=0, M=100, Y=100, K=5 (wie beim Blinker)

Die Dateien sollten vorzugsweise in CorelDRAW erstellt sein (bis Version 12).

Viele Grüße
Werner


PS:
Während ich hier geschrieben habe, hat Ingbert auch geantwortet. Unsere Antworten ergänzen sich gut.

Ingbert
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Beitrag von Ingbert » Mi 22. Nov 2006, 01:03

Und noch eine kleine Ergänzung, die mir gerade erst eingefallen ist:

Beim Thermotransferdruck landet die Bedruckung als Beschichtung auf dem Trägermaterial, welches durch den Druck überhaupt nicht angegriffen wird. Dadurch sind die Drucke mechanisch nicht abriebfest und lassen sich sogar abrubbeln. Noch ein Grund für konzentriertes vorsichtiges Verarbeiten, damit eine durchgängige Bedruckungsschicht nicht an einer Stelle beschädigt wird und eines abschließenden Schutzlacks. Das "Aufrollen" während dem Einweichen im Wasserbad schadet indes nicht dem Druck, da muß schon etwas mehr mechanische Einwirkung stattfinden (z.B. Pinzettenspitze).

MfG,
Ingbert Neumeister

Tram1324
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Beitrag von Tram1324 » Mi 22. Nov 2006, 06:26

Hallo!

Wir verwenden seit einigen Jahren die Nassschiebefolien von Conrad und haben damit sehr gute Erfahrungen gesammelt. Auf dem Workshop in Plauen und Halle, haben wir auch an Hand von Modellen dies bewiesen.

Wir stellen mit den Folien (klar) z.B. Wagennummern, Logos, Werbung usw. her.
Siehe unter Fahrzeuggalerie den Beitrag von Marc Beindorf "Fahrschulwagen 719". Dort wurde die Wagennummer und den Schriftzug "Fahrschule" mit der Folie hergestellt.

Ich verwende den Drucker HP 3820 zum bedrucken der Folien.
Nach dem die Folie ausgedruckt wurde, lasse ich sie 2-3 Tage liegen und streiche sie dann mit einer Decal-Fixierung (Vertrieb Air-Color Technik Art.-Nr. 17.4335) ein.

Bei weiteren Fragen, stehe ich Euch (per EMail) zur Verfügung.

Gruß Michael Menz
2.Vorsitzender Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

GuidoM

Beitrag von GuidoM » Mi 22. Nov 2006, 09:48

Hallo,

der HP3820 ist ein Tintenstrahler?

Hat jemand schonmal Erfahrung mit einem Farblaserdruck auf Decals gemacht?

Ingbert
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Beitrag von Ingbert » Mi 22. Nov 2006, 09:56

Hallo Guido,

selber zwar noch keine Erfahrungen, aber die dünne Decalfolie soll bei der entstehenden Wärmeentwicklung eines Laserdruckers dessen Druck nicht ganz schadlos überstehen.

MfG,
Ingbert Neumeister

Werner Jurkowski
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Beitrag von Werner Jurkowski » Mi 22. Nov 2006, 10:39

Hallo zusammen,

Mein Wappen will ich hier mal an einigen Beispielen demonstrieren:

Als fotobearbeiteter Scan:
Bild

Als eingescannter Fotodruck:
Bild

Als eingescannter Thermotransferdruck:
Bild

Als eingescannter Inkjetdruck:
Bild

Die Größe des Wappens als Decal beträgt einschließlich rotem Feld 4mm x 7mm, ist also doch recht klein. Dabei ist bei Ausdrucken natürlich nicht die Auflösung des ersten Beispiels zu erwarten, was bei der Kleinheit als Fotoausdruck eh kaum auffällt. Beim Decal sieht man den Unterschied allerdings deutlich.

Die rote Umgebungsfläche (Vektorgrafik in Wagenkastenfarbe) kommt beim Thermotransferdruck sehr gut heraus, beim Tintenstrahldruck auf der Folie von Conrad wird das nur Schmiererei.

Die durch Fotobearbeitung einheitlich farbigen Flächen erscheinen auch beim Thermotransferdruck gut. Die eingescannten Beispiele sind da undeutlicher als der tatsächliche Ausdruck. Das liegt an der geringen Auflösung von 300dpi, hätte ich eine höhere Auflösung gewählt, dann hätten wir nur noch Pixel gesehen.

Der gute Ausdruck von Ingbert's Pixelgrafik erklärt sich also durch die einheitliche Farbe der Einzeldarstellungen. Das kann dann auch der Thermotransferdrucker.

Ich hätten natürlich auch die Vögel und das Banner jeweils in einheitlichen Farben darstellen können, das wäre dem Wappen unter'm Strich sicherlich besser bekommen. Für weitere Experimente ist jetzt aber keine Zeit mehr, weil die Modelle zu Weihnachten bei einem Freund am "schönsten Ende der Welt" sein sollen.


Zum Laserdrucker (aus Erfahrungsberichten Anderer):
Man muß verdammt aufpassen, daß man die richtige Einstellung wählt, sonst bleibt die Folie an den Walzen haften. Das ist dann auch der Grund dafür, daß sich die meisten Copieranstalten weigern, Decals auszudrucken.

Viele Grüße
Werner

GuidoM

Beitrag von GuidoM » Mi 22. Nov 2006, 14:22

Meine Frage war, weil die Folien z.B. bei Conrad (XeroDecor) explizit für die Verwendung in Farblasern zugelassen sind.

Tram1324
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Beitrag von Tram1324 » Mi 22. Nov 2006, 15:47

Hallo

Der HP 3820 ist ein Tintenstrahldrucker.
Die Folien gibt es für Tintenstrahldrucker und für Laserdrucker.

Bei den HP 3820 gibt es die Einstellung "andere Transparentfolie".
Diese Einstellung verwende ich für die Decals.

Die Logos und Wagennummern lassen sich damit sehr gut herstellen.

Gruß
Michael Menz 2.Vorsitzender Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

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Beitrag von Tram1324 » Mi 22. Nov 2006, 16:01

Hallo!

Die Folien von Conrad haben die Art.-Nr. 224074-79 für weiss und
Art.-Nr. 224075-79 für klar.
Die Folien gibt es in 2er Set und kosten jeweils 9,95€.

Gruß
Michael Menz
Magdeburger Straßenbahnfreunde e.V.

Ingbert
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Beitrag von Ingbert » Mi 22. Nov 2006, 20:40

@ Werner,

da meine Pixelgrafiken auf Fotos basierten, waren naturgemäß die Flächen nicht gleichmäßig im Farbton. Eine Reduzierung der Farbanzahl oder auch eine Vektorisierung ergab jedesmal ein fürchterliches Ergebnis. Die Aufgabenstellung im Vergleich zu Deinem Wappen ist daher durchaus vergleichbar. Auch Carsten Glaubitz hatte da einen ersten Fehldruck, bis das Ergebnis auch Ihn überzeugen konnte.

Je nach Druckereinstellung kann es aber auch beim Thermotransferdruck zu Rasterungen von gleichmäßigen Farbflächen kommen. In diesem Fall hilft dann nur eine entsprechende Druckereinstellung für das "beste" Ergebnis.

@ Guido,

die XeroDecor-Folie ist relativ dick und kann dadurch durchaus einen Laserdruck überstehen. Am Modell hebt sich diese dann aber auch optisch nach Klarlack etwas vom Untergrund ab. Gerne verwendet wird ansonsten die richtig dünne Decalfolie z.B. von Walthers. Diese fällt am Modell kaum noch auf, Materialprobleme beim Laserdruck hingegen durchaus denkbar.

MfG,
Ingbert Neumeister

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Beitrag von Werner Jurkowski » Mi 22. Nov 2006, 21:44

Hallo Ingbert,

möglicherweise wäre es besser gewesen, die Wappen auf einem extra Bogen zu drucken. So haben sie nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtbogens ausgemacht und für alle Vektorgrafiken war die Einstellung ok.

Die genannte XeroDecor-Folie ist nicht identisch mit der Folie, die ich bei Conrad gekauft habe. Ich habe einen Decal Film von ACT (Air-Color-Technik erwischt. Möglicherweise gibt es bei der Verwendung von Folien unterschiedlicher Hersteller auch unterschiedliche Ergebnisse. Über die Dicke des Decal Films kann ich noch nichts sagen.

Viele Grüße
Werner

sheppard-03

Biete drei DIN A4 Decal-Filme (weiß) an

Beitrag von sheppard-03 » Do 23. Nov 2006, 19:59

Hallo Christian,

ich kann Dir oder natürlich auch anderen Interessenten einen Satz DIN A4-Decal-Bögen für Tintenstrahldrucker in weiß von "Aircolor-Technik" anbieten.
Den Satz benötige ich nicht mehr. Er ist im Originalzustand samt Beschreibung/Tipps, drei Decalbögen und Verpackung.
Ursprünglich kostete der Satz € 13,90 (er ist noch so ausgezeichnet). Ich würde ihn für € 10,- inklusive Porto und Verpackung abgeben.

Gruß Sven

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