vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Hier kann jeder seine Modellstraßenbahnanlage in Wort und Bild vorstellen.
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Funkenschrauber
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vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von Funkenschrauber »

Hallo in die Runde,

wenn man sich eine möglichst authentische vorbildsnahe Anlage bauen möchte, sollte man sich zu allererst mit der spezielleren Straßenbahnmaterie auseinander setzen.
Wenn man wie ich beim Vorbild seine Brötchen verdient, fällt das Vorbildsstudium zwar weg, aber das Modellstudium bleibt wegen der erheblichen Abweichung von der üblichen Modelleisenbahn, einem nicht erspart.

Den meisten von euch muß ich da nix erzählen, aber vielleicht liest der eine oder andere Interessierte "Neuling" hier mit, um schlauer zu werden ... :D :D

Für diese möchte ich an dieser Stelle den Rat geben, sich die leider nur noch antiquariatisch erhältlichen Bücher "Straßenbahn im Modell" von Matthias Vollstedt, im Alba-Verlag erschienen und "Die Modellbahnwerkstatt ... Straßenbahn im Modell" von Frank Muth, erschienen im transpress-Verlag, zuzulegen.

Im ersteren Buch fand ich sehr gut & verständlich den Modellbereich erläutert und im letzteren ist der Betriebsablauf vom Vorbild echt gut verständlich dargestellt.

Wenn man sich beide Bücher rein gezogen hat, hat man eine sehr gute Vorahnung, auf was man sich da einlässt & steht letztendlich vor den 4 großen Fragen, mit den man sich zwangsläufig auseinander setzen muß, wenn man am -ende Spaß statt Frust mit der Analge haben will.

Frage 1 ist relativ einfach ... welcher Maßstab soll´s werden?
Die meiste (Industrie-)Auswahl gibt´s in H0.

... zur Vereinfachung beziehen sich die weiteren Fragen inhaltlich auf den Maßstab H0 ...

Frage 2 dreht sich um das Rad- sowie Schienenprofil.
Ist man mit den handelsüblichen "NEM-Rädern" (wie sie z.B. Halling oder pmt verwendet) oder will man eher vorbildsgerechtere Räder mit kleinen Spurkranzhöhen (wie z.B. RP25)?
Direkt damit zusammen hängt die Frage nach dem Scheinenmaterial.
Vorbildsgerechte Rillenschienen verlangen mind. RP25-Räder ... sonst machen die Rillenschienen keinen großen Sinn & Freude ...
Eisenbahn(Vignol-)schienen gibt es in verschiedenen Höhen ... wer in Meterspur bauen will und auf Tillig-Gleismaterial zurückgreift, hat dann Code 75-Scheinen mit ca 2 mm Schienenhöhe in der Hand .. wem das bei der Handhabung zu klein ist, der kann auch Code 100-Schienen mit ca 2,5 mm Schienenhöhe verwenden. Mit diesem Schienenmaterial hat man den Vorteil, das man handelsübliche Modelle nach´m Kauf sofort auf´s Gleis stellen & losafhren kann (sofern man bei klassischem 2-Leiter-Schienen-System bleibt).

Frage 3 stellt einem vor die Frage nach dem minimalsten Radius in Kurven.
Denn beim Vorbild sind so manche Kurven echt eng ... und je enger Kurven auf einer Anlage ausfallen, umsomehr kann man Platz sparen.
Je enger der Kurvenradius wird, destso weniger kann man vorgefertigte gebogene Gleise nutzen.
Da sind wir dann schon beim Therma Gleisselbstbau ...
Im Allgmeinen haben sich im Maßstab H0 als Moindestradius 200 mm durchgesetzt, welche aber schon viele Modelle an ihre "Kotzgrenze" bringen.

Frage 4 ist die Gewissensfrage ... handelsübliche (echt lange) Eisenbahnweichen oder vorbildsgerechtere kürzere selbstgebaute Weichen mit an den Weichenzungen direkt anschließenden Kurven am abzweigenden Strang?


Für mich war Frage 1 schon entschieden, denn meine ersten "Industriemodelle" legte ich mir im Winter 1998 in Wien im Kundencenter der Wiener Linien zu ... also H0.

Frage 2 war nach dem Studium der beiden benannten Bücher auch relativ schnell entschieden ... NEM-Räder ... da muß ich nicht noch die handelsüblichen Antriebe umbauen und passend Vignolschienen Code 100 bzw 75.

Frage 3 wollt ich so richtig erst nach praktischen Test´s entscheiden ... ich wollt´s wirklich wissen, ob die 200 mm wirklich die unterste Grenze darstellen ...

Frage 4 war nach dem Kauf der ersten H0-Eisenbahnweiche entschieden ... für mich sehen die unter ner Modellstraßenbahn völlig unmöglich aus.


Und damit sind wir beim Thema Gleisselbstbau.
Ich entscheid für mich, mich in die Thematik auf einem Versuchsträger erst "reinzuarbeiten" und wenn das Ergebnis betriebstauglich ist, an einen Anlagenbau zu denken.
Denn nichts ist frustrierender, wenn für eine Anlage der Gleisplan steht, entsprechend die Gleise verlegt sind und immer wieder gerade im Bereich der Weichen & Gleiskreizungen alles "rausgeruppt" werden muß, weil´s nicht im Fahrbetrieb funktioniert ...

Also war damit die Idee zum Versuchsträger geboren, auf dem ich mich in der Thematik Weichen- & Gleiskreuzumgsselbstbau reinwurschteln & austoben kann. Zeitgleich soll er als "Probefahrstrecke" dienen.
Das heißt, die unmöglichsten Gleisfiguren, die man i.d.R. auf einer Anlage für einen stailen Aetriebsablauf nicht bauen würde, mußten abgebildet sein, die das Modell erfolgreich zu absolvieren hat, um sicher zu sein, das es auf einer "normalen" Anlage keine Probleme macht.

Ursprüngliche Idee war eine ins sich verschlungende 8 mit einen weiteren "Kleinen 8", die einen Zweirichtungsbetrieb ermöglicht.
Ich bin zwar H0-Straßenbahner aber ein "Spurweitenfetischisst".
Für mich kommt es nicht in Frage, das z.B. ein Leipziger Straßenbahnwagen auf dem selben Gleis fährt, wie einer von der Kirnitzschtalbahn ... es sei denn es ist ein 3-Schienengleis ... und damit sind wir bei der nächsten Herausforderung ... ich habe bis heute ganz wenige Anlagen mit 3-Schienengleisbetrieb gesehen.
Hat also kaum einer ... und darum will ich´s erst recht haben, um Modelle beider gängigen Spurweiten vorbildsgerecht fahren lassen zu können.

Genug des Textes ... hier das erste Bild ...
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Beim Bau der zentralen 3-Schienen-Gleiskreuzung zeigte sich doch, das der Zweirichtungsbetrieb eine Isolierung aller Herzstücke erfordert was echt echt fummelig wurde und bei der Verkabelung noch mehr Chaos als, unbedingt nötig, verursachen würde ...
Damit starb die Idee mit dem Zweirichtungsbetrieb und erklärte meinen Versuchsträger zum reinen Einrichtungsbetrieb. Die auf dem Bild erkennbaren inneren Verbindungskurven der "Kleinen 8" waren damit überflüssig geworden & auf dem rechten Anlagenteil wurde diese durch Umsetzung der Weiche und Einbau einer weiteren Gleiskreuzung, zum Abstellgleis umfunktioniert.

Den Versuchsträger hatte ich schon zu Beginn des Jahrtausends gebaut ... dann kam es, wie es so im Leben halt kommt ... nach der passenden Frau waren bald auch die passenden Kinder da und das Hobby Modellstrab mußte erstmal hinten sich anstellen & der Versuchträger verschwand für gut 20 Jahre im Keller ...

Nun sind die letzten Kinder auch groß genug, das wieder mehr "Luft" für´s Hobby da ist.
Also wurde vor gut 2 Jahren der Versuchsträger aus´m Keller wieder raus geholt & es war festzustellen, das wie beim Vorbild, bei der Gleisanlage einige Sanierungsarbeiten durchzuführen sind, wenn diese gut 20 Jahre nicht nennenswert gepflegt werden ...
Sch... Vorbildstreue! :lol: :lol: :lol:

Dabei wurde gleich im markierten linken Anlagenteil im inneren Gleis das Gleisbild abgeändert, weil ich damit nicht glücklich war.
Normalspurzüge kann ich auf dem rechten Anlagenteil zwischenparken ... Meterspurzüge aber nicht. Und das störte mich ... :mrgreen: :mrgreen:

Am Ende kam dann das raus ...
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Bei diesem Umbau konnte ich meine vor über 20 Jahren schon hart erarbeitete Weichenbautechnik, weiter verfeinern und teilweise erfolgreich abändern.


Auf diesem Foto kann man sehr gut an einer Stumpfweiche, dessen Weichenzungen irreperabel kaputt gingen & deshalb zu einer Gleiseinfädelung umgebaut wurde, das Herzstück erkennen, was damals mittels abgewinkelter Gleisstücke entstand und dabei mir sehr große Spurrillen entstanden.
... entsprechend poltern dann die Wagen darüber ...
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Heute baue ich das anders ... erst wird das Kurvengleis gelegt, dann wird der Schienenkopf am Schnittpunkt mit dem geraden Gleisstrang eingeschnitten und auf am geraden Schienenstück der Scheinenfuß ... dann das geradde Schienenstück einlegen, fest verlöten, Isolationsschnitte setzen und zuletzt die Rille rausgeflext, bis kein Rad bzw Modell mehr hängen bleibt.
So entstehen nicht mehr solch riesigen Rillen in den Herzstücken ...
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20240820_091221.jpg (95.66 KiB) 1695 mal betrachtet

Hier noch ein Bild von meiner zentralen 3-Schiengleiskreuzung mit einer anschließenden Spitzweiche in alter Bauform, wo also die Spurrillen im Herzstück großzügig ausgefallen sind ...
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Screenshot_20260717_173442_Gallery.jpg (61.69 KiB) 1695 mal betrachtet

Zum Abschluß meines Beitragsmarathons noch ein paar Eckdaten ...

Der Versuchsträger besteht aus zwei 2 gleichgroßen Teilen (60x70 cm), die zum Transport getrennt werden können.
Es sind Gleise in den Spurweiten H0 & H0m drauf verbaut.
Kleinster Radius (inneres Kurvengleis) ca 19-20 cm.
Größter Radius (äußeres Kurvengleis) ca 25 cm.
Gleismittelabstand ca 4,5 - 5 cm.
Wegen der (noch) fehlenden Oberleitung ist der traditionelle 2-Leiter-Schienenbetrieb logisch ergebend.
Alle 3 Spitzweichen sind angetrieben, die 2 Stumpfweichen sind vorbildsgerecht antriebslos und werden von den Zügen aufgeschnitten.
Alle 3-Schienenweichen haben immer einen Abzweig in einer Spurweite.


Jetzt bin ich mal auf eure Meinung gespannt ...


Achso ... hier noch ein Bild von der Anlagenseite, die viel zu selten gezeigt wird ... :lol: :lol: :lol:


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20260422_110907.jpg (74.62 KiB) 1695 mal betrachtet


So, jetzt ist aber wirklich das Ende meines Beitrages gekommen ...


Micha
der Funkenschrauber in 1:87 & 1:1 ...
Tramspotters
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Re: vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von Tramspotters »

Hi Micha,

das alles über den Unterleitungsbetrieb zu machen .... meine Fresse ... das würde ich nicht meinem Feind zumuten wollen ;-)

Nicht umsonst fahren sehr viele über Oberleitung, weil es die Verdrahtung des gesamten Unterbaus doch erheblich einfacher macht und du gerade bei Weichen und Herzstücken völlig schmerzfrei sein kannst.

Viel Erfolg beim Weiterbau.

Tschoe, Guido

P.S. bei mir fahren auch Normal- und Meterspur einträchtig nebeneinander.
Funkenschrauber
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Re: vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von Funkenschrauber »

Hallo Guido,

:lol: :lol: :lol:

ich hab es mir zugemutet.
Einfach kann ja jeder ... 8) 8)

Anfangs stand ich vor der Frage ... vorbildsgerecht über Oberleitung oder klassische Modellbahn mit 2-Leiter-Schiene ...
Ich hatte damals einen (hier sehr gut bekannten) Mentor, der mir zum Gleisselbstbau Mut machte, weil man damit durch die kürzeren Weichen- & Gleiskreuzungskonstruktionen ne Menge Platz sparen kann.
Ich hatte mir damals seine Anlage (mit vorbildlichen Oberleitungsbetrieb) auch sehr genau angeschaut und seinen Fahrbetrieb auf seiner Anlage mehrmals geniessen können.
Wenn mein damaliger Mentor es wünscht, darf er sich gern selbst outen ...

Trotz der Vorteile des Oberleitungsbetriebes hab ich mich bewusst dagegen entschieden, weil ich dann alle Handelsmodelle und Antriebe sofort verwenden / einsetzen kann.
Den Preis mit den dann notwendigen Isolationen der kurzschließenden Herzstücke bin ich bereit auf mich zu nehmen.

Als nächstes werd ich mich bald mit der Thematik Gleiseinpflasterung beschäftigen.
Will dazu verschiedene Methoden auf verschiedenen Gleisabschnitten ausprobieren.
Ist ja schließlich ein Versuchsträger ...


Das du auch eine Dreischienen-Anlage gebaut hast, hab ich auf´m Schirm ... doch leider viiiiieeeelll zu wenig Fotos von deinem Meisterstück bisher entdecken können ...
:cry:


Micha
der Funkenschrauber in 1:87 & 1:1
Tramspotters
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Re: vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von Tramspotters »

Danke danke!

Klar, man kann alles bauen, aber es ist ja auch immer die Frage, ob es sinnvoll und praktisch ist. Wie planst du zu fahren? Analog oder Digital? Im ersten Fall musst du ja auch Trennstellen berücksichtigen, wenn du Fahrzeuge abstellen willst.

Auf meinem Instagram Account gibt es einiges zu sehen, vor allem Videos.

Tschoe, Guido
Funkenschrauber
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Re: vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von Funkenschrauber »

Hallo Guido,

ich hatte damals (also vor 20 Jahren) dazu lange mir Gedanken gemacht.
Die Vorteile eines digitalen Fahrbetriebes sind umbestreitbar & ermöglichen ne Menge Spielereien (z.B. Bremslichter ... Blinkerleuchten ... usw).
Der Nachteil aber auch.
Jedes Modell braucht seinen Decoder, für den erstmal Platz im Gehäuse sein muß und der auch käuflich erworben werden muß.

Für mich fiel die Entscheidung zum "traditionellen" analogen Fahrbetrieb, mit dem ich in den 80er/90er aufgewachsen bin und mir somit vertraut ist. Der damit verbundene Preis der aufwendigeren Anlagenelektrik & der notwendigen Trennstellen in den Gleisen ist für mich händel- & tragbar.

Leider bin ich nicht bei instagram unterwegs, um deine Videos mir mal anzuschauen ...


Grüße nach NRW!


Micha
der Funkenschrauber in 1:87 & 1:1
Spreeathener
Beiträge: 139
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Re: vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von Spreeathener »

Hallo Micha,

Danke für deine detaillierte Beschreibung deines Versuchsträgers.
Ich finde deinen 3-Schienen-analog-Gleisbau eine bemerkenswerte, verrückt-aufwändige Hobbyleistung. Nur weiter so und gern auch Bilder vom weiteren Fortschritt.

Der analoge Anlagenbau ist keine abschließende Entscheidung gegen einen späteren Wechsel zum digitalen Fahrspaß. Meine Anlage entstand über die letzten 18 Jahre. Begonnen rein analog mit 2-Leiter-Unterleitungsschienenbetrieb, auch mit Weichenselbstbau, vielen Trennstellen für Haltestellen und Isolierstößen. Damit war ich glücklich und wollte nie digital fahren... Vor 4 Jahren habe ich dann eine Oberleitung gezogen, diese gesondert angeschlossen und einen Zwischenstecker verbaut. Die Schienen werden für Oberleitungsbetrieb zusammengeschaltet. Somit ist jetzt analoger Unterleitungsbetrieb über Fahrpultsteuerung oder digialter Oberleitungsbetrieb möglich. Beides hat seinen Reiz.
In den Modellen sehe ich seither immer einen Umschalter für Ober-/Unterleitungsbetrieb vor und statte sie mit einem 8-poligen Stecker aus. Damit sind alle Fahrzeuge weiterhin im klassischen Anlogbetrieb nutzbar, neue Fahrzeuge werden gleich für digitalen Betrieb vorbereitet, ältere Modelle Stück für Stück "aufgerüstet".
Bei den verwendeten Motoren von Halling/Herrmann&Partner/MB-Modelly/Roco nutze ich die kleinen ESU Lokpilot micro. Bei Generaton 5 sind diese mit 7x8mm recht klein und lassen sich relativ gut auch in 2-Achsern einbauen.

Um Guidos Videos zu gucken, kannst du einen der Instagram-Viewer nutzen. Zum Beispiel diesen hier: https://anonyig.com/de1/
Du brauchst nur den Usernamen im Suchfeld eingeben, kannst dir danach die Bilder und Videos im Browser ansehen. Es gibt auch andere Viewer, ich nutze bislang nur diesen, habe selbst auch keinen Insta-Account.

Viel Spaß beim Basteln wünscht
Stefan
Funkenschrauber
Beiträge: 38
Registriert: Mo 10. Nov 2025, 19:19

Re: vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von Funkenschrauber »

Hallo Stefan,

Danke für die anerkennnenden Worte.
Ja, sowas verrücktes wie die 3-Schienenanlage auf meinem Versuchsträger in Analog und dann noch in klasssischer 2-Leiter-Schiene-Variante hab ich selbst nicht nochmal irgendwo anders gesehen.
Alle anderen fahren entweder über Oberleitung oder digital ...

Aber genau das ist mein Antrieb .. etwas zu schaffen, was kaum ein anderer gewagt hat ... ein Alleinstellungsmerkmal quasi :D :lol: :lol:

Ob ich in ferner Zukunft auf digitalbetrieb umsteigen werde, will ich jetzt nicht ausschließen.
Derzeit kommt es für mich trotz aller Vorteile beim Gleisbau jedoch nicht für mich in Frage.


Inzwischen hab ich es mal geschafft, mit meinem Taschenfernsprecher noch ein Foto von meinen Weichenselbstbaukünsten zu machen ...
20260911_025955(1).jpg
20260911_025955(1).jpg (88.95 KiB) 819 mal betrachtet
Links das Ausgangsmaterial ... ein Weichenbausatz von Tillig in Spur H0 ... rechts die daraus selbstgebaute Weiche (ein früheres Werk ... Übung macht bekanntlich den Meister ... :wink: )
Sehr schön ist der Längenunterschied zu sehen, was dem Eindruck einer Straßenbahnweiche schon viel näher kommt ...



Schönen Sonntag allen noch!

Micha
der Funkenschrauber in 1:87 & 1:1


P.S.: Stefan, Danke für den Tip mit dem Viewer ... hab ihn ausprobiert und schon so manches Video von Guido bestaunt.
212 113-1
Beiträge: 16
Registriert: Fr 10. Mai 2019, 21:29

Re: vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von 212 113-1 »

Hallo „Funkenschrauber, Hallo Forengemeinde,
ich war schon vom Beitrag „Umbau des Genfer Standardwagens“ angenehm überrascht. Von derartigen Beiträgen sollte nach m. Meinung unser Forum funktionieren. Auch überraschte die Offenheit in der Darlegung.
Ich bin der Meinung, dass, wenn das Hobby Modellstraßenbahn noch eine Zukunft haben soll brauchen wir mehr solche Beiträge und Diskussionen. Ich selber kenne kein anderes Forum mit dem Themenschwerpunkt Modelltram, von gelegentlichen Beiträgen in DSO o. ä. abgesehen. Selbst im Straßenbahn-Magazin finden sich seit Jahren nicht mehr, wie 4 Seiten. Neue bzw. junge Interessenten sollte gezeigt werden, wie man Freude am Selbstgeschaffenen findet und, dass der Beginn kein Super- Komplettsystem braucht. Leider wird in der öffentlichen Wahrnehmung (z.B. bei Ausstellungen) die Kunst des Selbst- Gestalten und – Erbauen kaum gewürdigt. Meist wird High End und Super-Digital vorausgesetzt. Danke an den „Funkenschrauber“ für den ausführlichen Einstieg.
So jetzt zu meinen Erfahrungen zum Thema Beginn:
- Ich habe 1974 mit zwei Prefo-Lowa-Zügen begonnen, damit war das System (Oberleitungsbetrieb) klar und die Radien orientierten sich an den dazugehörigen Blechschienen. Bewährt hat sich bei mir minimal R 200, bei einem Gleisabstand von 40 mm (Gerade)- 45 mm (Bogen). Allerdings müssen dann einige Wagen im Gelenk angepasst werden damit sie sich nicht verklemmen. Bei der Fahrleitung musst du dich entscheiden, aber wie schon Guido und andere User meinten, würdest du dir das Bastelleben mit einer funktionsfähigen Fahrleitung sehr vereinfachen. Bei den vielen Trennstellen einer Abzweigung darf gar nicht an eine falsche Lötstelle denken.
Analog / digital ist Geschmackssache und kann vertagt werden.
- Beim Gleisbau nutze ich Tillig-Neusilberschienenprofil 2,5 mm hoch. Das gibt es als blankes Neusilberprofil und ist somit gut lötbar. Code 75- Gleis mit 2,1 mm gibt es oft nur als brüniertes Profil mit den entsprechenden Nachteilen. Beim gewählten Betrieb ohne spannungsführende Fahrleitung sehe die Probleme vor allem bei Leitschienen und Deckenschluss. Strab.-Gleise liegen ja zumeist im Straßenplanum. Willst du vorbildgerecht mit dünnen metallischer Leitschiene arbeiten muss diese ja auch elektrisch getrennt sein. Auch entstehen dabei viele Möglichkeiten zum Fehlgleisen. Ich habe mich für eine Leitschiene aus 2x2 mm MS-T-Profil (alternativ 2x2 L- Profil) entschieden, welches ich hochkant eingebaut habe. Durch den 2 mm- Mittelsteg ergibt sich eine genügend große Spurrille und durch den Höhenunterschied von 0,5 mm zwischen Fahr- u. Leitschiene vereinfacht sich Deckenschluß und Gleispflege. Ich bedauere, dass ich mir nicht schon zeitig einige Spurlehren beschafft habe.
- Von den elektrischen Weichen ala Tillig-Standard-Gleis mit Drehpunkt bin ich in letzter Zeit abgekommen. Solche Drehstuhl- Weichen nutze ich nur noch bei Federweichen o. aufzufahrende Weichen. Bei E- Weichen verwende ich mittlerweile durchgehenden Weichenzungen (wie Tillig Modell-Gleis) und motorische Antriebe. Die Weichenzungen werden in der Hauptfahrrichtung auf dem Träger ca. 5 - 15 mm am Herzstück ausgerichtet, verlötet und mit den kleinen motorischen Weichenantrieben von mtb (CZ) gestellt. Gleichzeitig verringert sich das Entgleisungsrisiko.
Weiche2.JPG
Weiche2.JPG (65.05 KiB) 436 mal betrachtet
Die mtb- Antriebe sind m. M. leise, kompakt, durchzugsstark und leicht justierbar, der Stellweg ist variabel einstellbar, lt. Hersteller von Spur G bis N. Außerdem gibt es verschiedene Ausführungen z.B. mit Steck- oder Schraubanschluß oder digital vorbereitet. Man muss diese auch nicht bei Weinert ordern, ich konnte z.B. zur Leipziger Modell-Messe eine 5- er Packung direkt am Stand erwerben.
Antriebe.JPG
Antriebe.JPG (75.56 KiB) 436 mal betrachtet
Für die Drehstuhlweichen habe ich die Zeichnung angefügt, das spart lange Erklärungen.
Stellschwelle.JPG
Stellschwelle.JPG (33.97 KiB) 436 mal betrachtet
Abschließend hoffe ich, dass der beginnende Meinungsaustausch nicht wieder versiegt.
Vielleicht können sich auch mal die Kollegen der großen Vereine der KBGG äußern. Digitale Steuerung oder das Thema moderne Beleuchtung mit SMD, Stopp und Rücklichtern ist doch sicher für viele interessant. Auch die Thematik 3-Schienen-Gleis wird ja von einigen gepflegt.
Einen schönen Abend noch
212 113-1
Funkenschrauber
Beiträge: 38
Registriert: Mo 10. Nov 2025, 19:19

Re: vor einer vorbildsnahen Anlage kommt zuerst der Gleisselbstbau ... mein Versuchsträger

Beitrag von Funkenschrauber »

Hallo 212 113-1,


die EDV-Nummer bringe ich mal mit dem ET54 Wagen 1538 beim zweiten deutschen Breitspurbetrieb in Verbindung ... :D :D

Danke für die anerkennenden Worte.
Ich gebe dir Recht, das wir hier die Kultur des gegenseitigen Austausches von Erfahrungen leben sollten, damit wir uns gegenseitig unterstützen & anregen.
Ich selbst bin hier zwar "ein Frischling", betreibe das Hobby aber schon über 25 Jahre mal mehr und mal weniger aktiv.
Seit gut 20 Jahre lese ich hier still mit und deshalb glaube ich sehr wohl, das es noch mehr Interessierte gibt, die hier mitlesen und die ich ermutigen möchte, aktiver zu werden.
Im persönlichen Bekannten- & Freundeskreis machte ich die Erfahrung, das die Interessierten sprichwörtlich die Hände über den Kopf zusammen schlugen & sich kopfschüttelnd erstmal setzten, als ich Ihnen meinen Versuchsträger zeigte.
Zum einem waren sie erstaunt, was man auf solch kleiner Fläche unterbringen kann, wenn man sich an den Selbstbau traut, und zum anderem erklärten sie mich für bekloppt, das ich unbedingt noch die 3. Schiene für die Meterspur mit drauf nageln musste. :lol: :lol: :lol:

Auch schauten sie mir bei den Fahrzeugprojekten über die Schulter und waren das eine oder andere mal fasziniert, was man mit Ideenreichtum zum kleineren Taler alles so machen kann.
Gemäß dem Motto ... "Fertig kaufen kann jeder ... selber basteln schafft Einzelstücke" ...
Und der Atlas-Verlag war da für unser Hobby echt ein Segen ...

Ich freue mich, wenn meine Art des Teilen selbst bei den "alten Hasen" erfrischenden Anklang findet & möchte das weiter leben, damit mehr Interessierte den Mut finden, aktiver das Hobby zu leben.

Nun zu deinen Selbstbaukünsten.
Meine Weichen sind inzwischen schon gut 20 Jahre alt ... beim Umbau des linken Teils meines Versuchträgers hab ich bei den Herzstücken mit den heutigen Erfahrungen einiges anders gemacht.
L-Profile 2x2 mm aus Messing hab ich mir schon besorg ... demnächst werd ich mal mich ausprobieren, damit Rillen nachzubilden.
Mal gucken ,ob ich das auch so filligral-wirkend hinbekomme wie du ...

Deine Weichenbauform sieht sehr interessant aus.
Das muß ich mir mal noch ganz in Ruhe angucken.



Grüße aus Berlin


Micha
der Funkenschrauber 1:87 & 1:1
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