Einfacher 3achs-Antrieb mit Halling ALX für Münchener M
Verfasst: So 23. Aug 2026, 10:20
Hallo an die Modellstraßenbahngemeinde,
Es wird ja den meisten von Euch bekannt sein, dass Bodo-Lutz Schmidt (BLS) in der Vergangenheit unter anderem sehr viele Münchener Modelle als 3D-Druck konstruiert hat.
Nun habe ich selbst eher wenig Beziehungen zu diesen Fahrzeugen, es gab jedoch eine Ausnahme. Die Münchener M-Wagen haben mich schon immer fasziniert und interessiert, nicht zuletzt deswegen habe ich auch den Münchener M5 schon einmal als Messingmodell gebaut. Dafür musste ich damals aufwändig einen 3-achs-Antrieb selbst konstruieren, der auch seine Schwächen hat.
Ich hatte daher auch schön länger den Plan, den M3/M4 auch bauen zu wollen. Daher habe ich das Projekt von BLS aufmerksam verfolgt. Er hat mich dann auch in die Konstruktion des Antriebes einbezogen, ich habe seine Prototypen getestet. Er hat dabei immer Wert auf größtmögliche Vorbildtreue auch bei der Antriebskonstruktion gelegt. Die ersten Ideen basierten auf selbst gekauften Zahnrädern und Getriebekomponenten, wobei dies bald zugunsten der Nutzung der Halling Ein-Achs-Antriebe aufgegeben wurde.
Die Version mit dem Ein-Achs-Antrieb habe ich dann auch einigermaßen zum Laufen gebracht, allerdings war der Aufbau sehr aufwändig und keinesfalls einfach. Auch die Stromabnahme musste händisch angeklebt werden, war nicht so robust.
Ich habe BLS damals gesagt, dass das auf keinen Fall eine Jedermann-Lösung sein kann. Das ist zu kompliziert. Auch baute diese Version im Fahrgastraum sehr hoch, so dass kaum noch Sitze dargestellt werden konnten.
Ich war damit eher unzufrieden, weil ich auch eine einfache Lösung wollte, die betriebssicher ist.
Ich habe mich dann mal selbst mit der Materie befasst und überlegt, welche handelsüblichen Teile denn einfach zu adaptieren wären. Da kamen mir die ALX-Antriebe in den Sinn.
Wenn man da eine Achse rausnehmen würde und eine Möglichkeit findet, die Mittelachse halten zu können, wäre das eine Idee… Allerdings mit dem Kompromiss, dass der Drehpunkt der äußeren Achsen nicht vorbildgetreu ist, da der dann etwas mehr in Richtung Wagenmitte liegen würde. Das ist aber auch gut, denn dann würde die Mittelachse im Gleisbogen nicht so weit nach außen schwenken und sie wird gut belastet und neigt nicht zum entgleisen.
Das war auch eine Schwäche der vorherigen Musterantriebe.
Ich habe mir dann selbst eine Bodenplatte konstruiert und die entsprechenden Blendenteile für die ALX-Antriebe, um auch die Mittelachse zu halten. Die Lagerung der Mittelachse erfolgt durch einklipsen und durch einen geteilten Schwalbenschwanz (wie beim Roco-Laufdrehgestell) wird das Mittelfahrwerk an die ALX-Blenden angeklipst. Alles recht einfach zu machen.
Allerdings neigte nun das Mittelgestell zum verdrehen, weil die beiden ALX-Blenden nicht verbunden waren. Auch dafür fand ich eine Lösung, die in einem auf einer Seite festgemachten dünnen Stahl- oder Neusilberdraht bestand, der in ein Loch auf der anderen Seite reichte. Damit fuhr das Fahrwerk bei mir sehr gut – vor allem gegenüber allen Vorgängern auch ruhig und leise. Es konnte auch Neigungswechsel und Unebenheiten recht gut ausgleichen.
Wichtig bei allen 3D-Drucken der Fahrwerksteile ist, dass nur spezielles Resin Tough 2000 verwendet wird, da alle anderen Resinarten nicht die erforderliche Robustheit beim Klipsen ermöglichen. (Druckanbieter FDM-Druckservice)
Eine gute Gelegenheit, dieses Muster einmal ausgiebig zu testen, bestand zur kleinen Bahn ganz groß in München, als ich das Fahrwerk einmal bei Christian Breindl auf der Anlage probefahren konnte. Das Fahrwerk fuhr von Anfang an ohne Probleme über die ganze Anlage.
Wir haben dann noch einen Härtetest auf der Anlage am Stand der verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft Essen gemacht, wo es Radien bis 20cm und komplizierte Weichenverbindungen gibt. Auch da fuhr das Testfahrwerk ohne Probleme. Somit war die grundsätzliche Praxistauglichkeit erwiesen.
Ich hatte dann BLS gebeten, dieses Antriebskonzept in seine Bodenplatte einzuarbeiten, die ALX-Blenden um die passenden Achslagerblenden zu ergänzen und es erfolgte dann ein Testdruck aller angepassten Teile. Wir konnten auch die Bodenhöhe so reduzieren, dass die Sitze vollständig dargestellt werden können.
Ich baute dann alle Fahrwerke für einen Tw und Bw zusammen und es funktionierte bei mir einwandfrei.
Um weitere Test durchzuführen übernahm Christian Breindl diese beiden Fahrwerke und testete Sie dann auf mehreren Anlagen. Von ihm kam dann auch das OK, dass diese Fahrwerke betriebstauglich sind. Hier nun die Bilder von den ersten finalen Fahrwerken: Neben den 3D-Teilen mussten folgende Teile zugekauft werden:
- Halling ALX 210mm ohne Räder
- Halling Räder für ALX mit 9mm Durchmesser
- Müller-Radsätze 5,6mm mit 19mm Achse
- Neusilberdraht hart/Stahldraht 0,3mm
Wenn der Zug fertig ist, werde ich wieder berichten.
Viele Grüße Jan
Es wird ja den meisten von Euch bekannt sein, dass Bodo-Lutz Schmidt (BLS) in der Vergangenheit unter anderem sehr viele Münchener Modelle als 3D-Druck konstruiert hat.
Nun habe ich selbst eher wenig Beziehungen zu diesen Fahrzeugen, es gab jedoch eine Ausnahme. Die Münchener M-Wagen haben mich schon immer fasziniert und interessiert, nicht zuletzt deswegen habe ich auch den Münchener M5 schon einmal als Messingmodell gebaut. Dafür musste ich damals aufwändig einen 3-achs-Antrieb selbst konstruieren, der auch seine Schwächen hat.
Ich hatte daher auch schön länger den Plan, den M3/M4 auch bauen zu wollen. Daher habe ich das Projekt von BLS aufmerksam verfolgt. Er hat mich dann auch in die Konstruktion des Antriebes einbezogen, ich habe seine Prototypen getestet. Er hat dabei immer Wert auf größtmögliche Vorbildtreue auch bei der Antriebskonstruktion gelegt. Die ersten Ideen basierten auf selbst gekauften Zahnrädern und Getriebekomponenten, wobei dies bald zugunsten der Nutzung der Halling Ein-Achs-Antriebe aufgegeben wurde.
Die Version mit dem Ein-Achs-Antrieb habe ich dann auch einigermaßen zum Laufen gebracht, allerdings war der Aufbau sehr aufwändig und keinesfalls einfach. Auch die Stromabnahme musste händisch angeklebt werden, war nicht so robust.
Ich habe BLS damals gesagt, dass das auf keinen Fall eine Jedermann-Lösung sein kann. Das ist zu kompliziert. Auch baute diese Version im Fahrgastraum sehr hoch, so dass kaum noch Sitze dargestellt werden konnten.
Ich war damit eher unzufrieden, weil ich auch eine einfache Lösung wollte, die betriebssicher ist.
Ich habe mich dann mal selbst mit der Materie befasst und überlegt, welche handelsüblichen Teile denn einfach zu adaptieren wären. Da kamen mir die ALX-Antriebe in den Sinn.
Wenn man da eine Achse rausnehmen würde und eine Möglichkeit findet, die Mittelachse halten zu können, wäre das eine Idee… Allerdings mit dem Kompromiss, dass der Drehpunkt der äußeren Achsen nicht vorbildgetreu ist, da der dann etwas mehr in Richtung Wagenmitte liegen würde. Das ist aber auch gut, denn dann würde die Mittelachse im Gleisbogen nicht so weit nach außen schwenken und sie wird gut belastet und neigt nicht zum entgleisen.
Das war auch eine Schwäche der vorherigen Musterantriebe.
Ich habe mir dann selbst eine Bodenplatte konstruiert und die entsprechenden Blendenteile für die ALX-Antriebe, um auch die Mittelachse zu halten. Die Lagerung der Mittelachse erfolgt durch einklipsen und durch einen geteilten Schwalbenschwanz (wie beim Roco-Laufdrehgestell) wird das Mittelfahrwerk an die ALX-Blenden angeklipst. Alles recht einfach zu machen.
Allerdings neigte nun das Mittelgestell zum verdrehen, weil die beiden ALX-Blenden nicht verbunden waren. Auch dafür fand ich eine Lösung, die in einem auf einer Seite festgemachten dünnen Stahl- oder Neusilberdraht bestand, der in ein Loch auf der anderen Seite reichte. Damit fuhr das Fahrwerk bei mir sehr gut – vor allem gegenüber allen Vorgängern auch ruhig und leise. Es konnte auch Neigungswechsel und Unebenheiten recht gut ausgleichen.
Wichtig bei allen 3D-Drucken der Fahrwerksteile ist, dass nur spezielles Resin Tough 2000 verwendet wird, da alle anderen Resinarten nicht die erforderliche Robustheit beim Klipsen ermöglichen. (Druckanbieter FDM-Druckservice)
Eine gute Gelegenheit, dieses Muster einmal ausgiebig zu testen, bestand zur kleinen Bahn ganz groß in München, als ich das Fahrwerk einmal bei Christian Breindl auf der Anlage probefahren konnte. Das Fahrwerk fuhr von Anfang an ohne Probleme über die ganze Anlage.
Wir haben dann noch einen Härtetest auf der Anlage am Stand der verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft Essen gemacht, wo es Radien bis 20cm und komplizierte Weichenverbindungen gibt. Auch da fuhr das Testfahrwerk ohne Probleme. Somit war die grundsätzliche Praxistauglichkeit erwiesen.
Ich hatte dann BLS gebeten, dieses Antriebskonzept in seine Bodenplatte einzuarbeiten, die ALX-Blenden um die passenden Achslagerblenden zu ergänzen und es erfolgte dann ein Testdruck aller angepassten Teile. Wir konnten auch die Bodenhöhe so reduzieren, dass die Sitze vollständig dargestellt werden können.
Ich baute dann alle Fahrwerke für einen Tw und Bw zusammen und es funktionierte bei mir einwandfrei.
Um weitere Test durchzuführen übernahm Christian Breindl diese beiden Fahrwerke und testete Sie dann auf mehreren Anlagen. Von ihm kam dann auch das OK, dass diese Fahrwerke betriebstauglich sind. Hier nun die Bilder von den ersten finalen Fahrwerken: Neben den 3D-Teilen mussten folgende Teile zugekauft werden:
- Halling ALX 210mm ohne Räder
- Halling Räder für ALX mit 9mm Durchmesser
- Müller-Radsätze 5,6mm mit 19mm Achse
- Neusilberdraht hart/Stahldraht 0,3mm
Wenn der Zug fertig ist, werde ich wieder berichten.
Viele Grüße Jan



