![]() |
![]() |
![]() |
Straßenbahngleise
selbst gebaut -
Beitrag von Werner
Jurkowski
NEU:
Digitalisierung
von Modellstraßenbahnen - von Hans-Peter
Nast
|
1. Gleise für Modellstraßenbahnen Für alle, die noch nicht so viel Erfahrung mit dem Bau von Modellstraßenbahngleisen haben, sollen an dieser Stelle einige Ratschläge gegeben werden, die den Bau erleichtern sollen. Bei der Planung von Gleisanlagen sollte nach der Wahl der Spurweite auch der befahrbare Mindestradius von Industriemodellen berücksichtigt werden. Diese Frage ist bei dem ausschließlichen Einsatz von kurzen Zweiachsern nicht so akut, wie bei modernen Drehgestellfahrzeugen. Die heutigen Straßenbahn - Großserienfahrzeuge fahren noch einen Mindestradius von 200mm. Es sollte aber, wenn genügend Platz vorhanden ist, auf bis zu 250mm Radien übergegangen werden. Beim Gleisbau können mehrere Möglichkeiten beschritten werden. So kann bei Spur H0 am einfachsten das Hartel-Gleissystem (Pflastergleis) verwendet werden. Dieses Gleissystem hat allerdings den Nachteil, daß es sehr unflexibel ist, weil wichtige Elemente wie Parallelweichen, Bogenkreuzung usw. fehlen und für Drehgestellfahrzeuge nur der größere Radius (22cm) verwendet werden kann. Die zweite relativ einfache Möglichkeit besteht in der Verwendung von handelsüblichen Flexgleisen und deren Einpflasterung. Schwieriger sind da die Weichen, da es keine Weichen mit straßenbahnmäßigem Abzweigwinkel gibt und daher viel Platz für Weichen und Weichenstraßen gebraucht wird. Auch das Einpflastern der handelsüblichen Weichen ist nicht ganz einfach, da ja die beweglichen Teile nicht blockiert werden dürfen und zugänglich sein müssen. Als Alternative dazu bleibt dann nur der Selbstbau von Gleisen und Weichen. Dies hört sich schwieriger an als es ist. Dabei werden handelsübliche Schienenprofile verwendet und auf kleine Stücke "Schwellen" aus kupferkaschiertem Leiterplattenmaterial (erhältlich im Elektronik-Fachhandel) gelötet. Zur Nachbildung der Rillenschienen wird parallel zum Schienenprofil noch ein Messing-L-Profil angelötet. (für H0 vorzugsweise 1x2mm). Dabei sollte eine Rillenweite von ca. 1,2mm beachtet werden, damit alle Fahrzeuge dieses Gleis befahren können. Dieses System wurde auch als Bausatz und fertig montiert von der Firma Kiss vertrieben. Dort wird allerdings eine Rillenweite von 0,7mm propagiert, die leider nicht von allen handelsüblichen Modellen anstandslos durchfahren wird. Außerdem wird dieses System aufgrund zu geringer Nachfrage nicht mehr produziert.
Es gibt auch noch ein fertiges Rillenschienenprofil (vertrieben durch Swedtram bzw. Hobby-Ecke Schuhmacher), das ist allerdings nur für RP 25 Radsätze geeignet, alle NEM-Modelle fahren bei diesem Gleissystem auf den Spurkränzen. Die Schwierigkeit besteht auch im Biegen dieser Gleisprofile, ohne daß sie sich verformen. Weichen gibt es auch dafür, allerdings ebenfalls nur mit RP 25-Radsätzen zu befahren, nicht ganz einfach zu bauen und nicht billig (ca. 50 DM). Hierzu siehe auch die ausführliche Anleitung zum Bau von Werner Jurkowski.
Für alle Selbstbaugleise gilt: unbedingt Lehren anfertigen oder kaufen, damit die Spur immer stimmt ! Gleisbögen sollten immer vorher mit einem Zirkel auf den Untergrund aufgezeichnet werden, um später Knicke im Bogen zu vermeiden. Die Schwellen aus Leiterplattenmaterial müssen natürlich in der Mitte elektrisch getrennt werden, wenn man im 2-Schienen-2-Leiter-System fahren will. Bei komplizierten Weichenstraßen empfiehlt es sich daher, die Schienen nicht zu trennen und mit Oberleitung zu fahren.
Die Einpflasterung der Gleise kann mittels Pflasterplatten aus Polystyrol ,Pappstreifen und/oder Pflasterfolie vorgenommen werden. Für Asphaltierte Gleise empfiehlt sich die Spachtelmethode. Dabei wird das Gleis mit Spachtelmasse (z.B. Moltofill) ausgefüllt (möglichst mit einer glatten Oberfläche - Trick: etwas Wasser an den Spachtelabzieher) und mit einem Radsatz nach einigen Minuten die Rillen eingebracht. Nach dem Aushärten der Masse muß noch erheblich nachgebessert werden, bis die ersten Fahrten ohne Probleme durchgeführt werden können. Dabei macht es sich bezahlt, wenn man beim Selbstbaugleis das Winkelprofil als Rillennachbildung mit anbringt, dann nämlich läßt sich die Rille besser von der Spachtelmasse befreien. Perfektionisten können auch die Spachtelmethode für eingepflasterte Gleise verwenden und dann die Steine "einritzen".
Swedtram-Rillenschienengleis mit in Spachtelmasse geritztem Straßenpflaster 2. Oberleitungsbau Hier muß man sich im Vorfeld entscheiden, will man weitestgehende Vorbildtreue oder Funktionssicherheit. Für Anfänger und für transportable Anlagen empfiehlt sich Sommerfeldt-Oberleitung mit einem Drahtdurchmesser von 0,5 oder 0,7 mm. Es gibt hier auch Straßenbahnmaste alter und neuer Bauart. Wer es filigraner haben will, kann dünneren Draht nehmen (erhältlich z. B. bei Höfer), muß dann aber auch mit speziellen Fahrdrahthängern (z.B. Sedlacek oder Swedtram) arbeiten. Diese Hänger gibt es dann auch für Rollenstromabnehmerbetrieb. Diese Art der Oberleitung sieht natürlich besser aus, ist aber arbeitsaufwändiger und empfindlicher im Betrieb. Wichtig ist noch die Fahrdrahthöhe auf der Modellanlage. Hier sollte man sich wieder Lehren bauen. Wenn man nicht gerade mit Doppelstockstraßenbahnen fahren will, ist eine Höhe von 55-65mm für H0 üblich. Bei der Verwendung der Sommerfeldt-Fahrdrähte sollte man diese nach den Probefahrten mit dunkelgrauer/anthrazit/schwarzer Farbe anstreichen. |
|
3. Zuverlässiger Antrieb für Tatra-Wagen der Fa. Herrmann & Partner |
|
Als ich die ersten Modelle von Herrmann & Partner bekam, probierte ich auch mit verschiedenen Antrieben herum. Meinen Vorstellungen genügte jedoch keiner der angebotenen Antriebe. Dann las ich eine Anzeige der Fa. Umbau-Bogusch , in der man einen Antrieb auf Roco-Basis mit Faulhabermotor anbot. Dieser war dann die Grundlage für weitere Antriebe, wobei ich dann die Teile direkt von Roco bezog - da die Fa. Bogusch diesen Antrieb nicht mehr anbot. |
|
Die Vorteile dieses Antriebs: - hohe Laufruhe, geringe Geräuschentwicklung - freier Fensterdurchblick, es können sogar fast alle Sitze eingebaut werden. - Zugkraft ausreichend für 3-Wagen-Zug Nachteile hat der Antrieb aber auch: - Stromabnahme nur über 2 Achsen des Laufgestells (das tut dem Fahrverhalten aber keinen Abbruch) - er ist etwas teurer |
|
Benötigte Teile: (entstehende Gesamtkosten ca. 100 €) Ersatzteile der Roco-Straßenbahn: 1x 94390 Treibgestell komplett 1x 87043 Kardanwelle 1x 87042 Kardanschale lang 1x 91380 Drehgestellhalter 1x 94391 Laufgestell mit Stromabnahme komplett Benötigter Faulhabermotor von Umbau-Bogusch (Tel:06425/2544) für KT4D: Faulhaber 1717 mit Schwungmasse 15.5 x 3.5 für T6A2/T4D: Faulhaber 1319 mit Schwungmasse 12.5 x 5 und 1 Stück Leiterplatten-Basismaterial |
|
Für den T6A2 gibt es bei mir fertige Resin-Bodenplatten mit den erforderlichen Aussparungen zum Preis von 30 DM
Bauanleitung: Man nimmt das Leiterplatten-Basismaterial und sägt die Konturen der Bodenplatte aus und feilt diese zurecht. (Maße siehe Original-Bodenplatte) Dann werden die Aussparungen wie in der Zeichnung angegeben ausgesägt. Dabei sollte man immer wieder mir dem Drehgestellhalter überprüfen, ob man sorgfätig gearbeitet hat. Der Halter muß sich leicht drehen lassen, darf aber nicht herausfallen. Dann wird das Drehgestell eingesetzt - es muß sich ebenfalls weit genug drehen lassen, so daß ca 20cm Radien durchfahren werden können. Außer beim KT4D - dort kann die Drehgestellaussparung kleiner ausfallen, da es nicht drehbar angeordnet wird. (sonst knickt ja der Faltenbalg nicht ein.) Danach wird der Motor probeweise eingesetzt. Die Schwungmasse darf nicht klemmen und der Motor darf nicht am Drehgestell anstoßen - und auch nicht zu weit entfernt sein. An dieser Stelle kann man die Kardanschale lang auf die Motorwelle aufziehen (Wenn das Loch der Kardanschale zu groß ist, hat Ihnen der Roco-Service die falsche Kardanschale geliefert ). Danach kann man den Motor probeweise mit ein wenig Klebstoff fixieren und den Antrieb probelaufen lassen. Er muß fast geräuschlos laufen und darf nicht klemmen. Ist diese Hürde genommen , so kann der Motor endgültig festgeklebt werden .(2-Kompo-Kleber) ![]() Nun muß an den Gehäuseteilen ein Teil der Anschläge für die Bodenplatte ausgefräst werden, so daß diese etwa 1.5mm höher als die Originalplatte zu liegen kommt. Zum Schluß wird das Laufdrehgestell entsprechend der Zeichnung umgebaut. Nach dem Verkabeln kann eine erste Probefahrt durchgeführt werden. Wenn alles gut läuft, kann der Wagen zusammengebaut werden. Es sollte dabei im Dachbereich etwas Blei (Graupner) zur Gewichtserhöhung eingebaut werden. Die Drehgestellblenden können abgeschnitten werden und durch Herrmann-Teile ersetzt werden. (Die seitlichen Halter der Blenden nicht ganz abschneiden, diese werden zur Fixierung der Originalteile benötigt. |
![]() |
|
Noch etwas speziell zu den Fahrzeugtypen: KT4D: Hier braucht nur das A-Teil aus Leiterplattenmaterial gebaut zu werden. Das Antriebsdrehgestell wird erst nach dem kompletten Zusammenbau mit etwas Klebstoff am Drehgestellhalter fixiert-aber auf gerade Ausrichtung achten - nichts sieht schlimmer aus, als ein Geknickt fahrender KT4D in der Geraden. T6A2: Hier gibt es nichts zu beachten. T4D: Um eine genügend große Breite der Bodenplatte zu erzielen, sollten die Türscheiben durch dünneres Material ersetzt werden. |
|
|
|
4. Selbstbau von Faltenbälgen für Gelenkwagen von Manfred Ehrenreich (Beispiel AEG-Niederflurwagen GT6/8 N) Für alle anderen Gelenkwagen gilt im Wesentlichen das Gleiche, nur sind jeweils Maße, Form und Farbe anzugleichen. ![]()
Dann wünsche ich beim Basteln viel Spaß. |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |